Tochter hat Fred bei Schulausflug gefunden

Die haben einen Vogel: Familie aus Immenhausen kümmert sich um Eichelhäher Fred

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Laura Hadasch aus Immenhausen hat Eichelhäher Fred aufgenommen und aufgezogen. Der Vogel wohnt im Garten, kommt auf Zuruf angeflogen und lässt sich gern füttern.

Immenhausen. Bei einem Schulausflug durch den Immenhäuser Park im April hat Laura Hadasch den kleinen Eichelhäher gefunden: "Er saß auf dem Boden, er war vermutlich aus dem Nest gefallen."

"Deshalb haben wir ihn wieder hochgesetzt. Als ich zwei Stunden später noch einmal vorbeigekommen bin, saß Fred wieder unten“, berichtet die Zwölfjährige. „Wir wissen gar nicht, ob Fred ein Männlein ist. Vielleicht ist er auch eine Frieda oder Friederike“, sagt Lauras Schwester Julia Hadasch.

Laura habe den Vogel nach dem Vorfall im Park mit nach Hause genommen, das Küken wäre sonst leichte Beute für andere Tiere gewesen. Im Garten in Immenhausen zog Fred, wie der Vogel genannt wurde, vorläufig zum Kaninchen in den Käfig. „Er konnte anfangs noch nicht fliegen, da war er im Käfig sicherer. Als Laura ihn gefunden hat, war er erst eine oder zwei Wochen alt“, berichtet Julia Hadasch. Die 21-Jährige unterstützt ihre Schwester nach Kräften. Sie fütterten Fred mit einer Pipette. Später versuchten sie, den Vogel durch das Füttern mit einer Pinzette an Lebendfutter zu gewöhnen. „Er mag am liebsten Babybrei, Salzstangen und Weintrauben“, weiß Laura. Sie hat sich bei einem Bekannten Tipps für den Umgang mit Vögeln geholt. Außerdem hat sie sich im Internet über Eichelhäher schlaugemacht.

Richtig groß geworden: Eichelhäher Fred wurde im Alter von ein oder zwei Wochen von Laura Hadasch aufgenommen. Dank großer Fürsorge ist er aufgewachsen.

Wenn Familie Hadasch morgens frühstückt, kommt Fred gerne auf die Fensterbank geflogen und schaut ihnen zu. „Bei uns war er noch nicht im Haus, allerdings ist er bei den Nachbarn schon durchs Wohnzimmer geflogen“, erzählt Laura. Freds Lieblingsplätze sind der Apfelbaum und das Trampolin. „Er badet auch gern in der Wasserschüssel“, berichtet Laura. Außerdem habe Fred schnell einen Freund gefunden: „Er sitzt häufig mit einer Amsel auf dem Rasen, sie fliegen auch oft zusammen durch die Gegend.“

Fred kommt immer wieder zurück in den Garten der Hadaschs. „Er ist mir einmal bis zum Bahnhof gefolgt und war danach drei Tage verschwunden. Wahrscheinlich hat er so lange gebraucht, bis er den Heimweg gefunden hatte“, glaubt Julia Hadasch. Wenn die Familie im Garten sitzt, lässt Fred nicht lange auf sich warten. „Er kommt angeflogen, wenn wir rufen. Er gehört schon zur Familie“, berichtet Julia.

Eichelhäher ziehen im Winter in der Regel nicht gen Süden. Vor der kalten Jahreszeit legen sie sich umfangreiche Vorräte an, die sie verstecken. „Das hat Fred nicht so richtig gelernt. Er legt öfter mal eine Nuss auf den Rasen und legt ein Blatt darauf“, erzählt Laura von Freds Versuchen.

Gelernt habe sie seit Freds Anwesenheit auch etwas: „Man achtet plötzlich viel mehr darauf, was um einen herum passiert.“ Vor allem bei Katzen aus der Nachbarschaft und Raubvögeln hält sie die Augen offen.

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