Schweizer Fernsehproduktion „Der Bestatter“

Immenhäuser hatte erste große Fernsehrolle

Kam vor zehn Jahren nach Nordhessen: Der Schweizer Martin Rüegg ist Schauspieler und würde gern einmal eine Hauptrolle in einem Fernsehkrimi besetzen. Foto: Temme

Immenhausen. Eine Hauptrolle in einem Fernsehkrimi, das wäre so ganz nach dem Geschmack von Martin Rüegg.

Vergangenes Jahr durfte der Immenhäuser Schauspieler erstmals Erfahrungen als Bösewicht vor der Kamera sammeln und hofft nun auf weitere Angebote aus diesem Bereich. Vor zehn Jahren kam der Schweizer nach Nordhessen, wohnt seitdem mit seiner Frau und zwei Kindern in der beschaulichen Kleinstadt.

„Komplexe Charaktere sind es, die mich interessieren“, sagt der 44-Jährige. In der Schweizer Fernsehproduktion „Der Bestatter“ wurde Rüegg mal nicht als der freundliche Sonnyboy besetzt, sondern mimte dort einen fiesen Psychopathen. „Ich kann auch anders und das würde ich in Zukunft gerne mehr zeigen.“ Charmant, freundlich und mit einem bezaubernden Lächeln, so kommt der Wahl-Immenhäuser im wahren Leben rüber - deshalb ist es nur allzu verständlich, dass er mit diesem Rollenbild brechen will.

Zur Schauspielerei kam Rüegg erst mit Mitte 20. „Ich war Kühlanlagenmonteur und hatte die Nase voll von meinem Job.“ Als man ihn beim Arbeitsamt seinerzeit fragte, worauf er Lust hätte, habe er prompt „Theaterspielen“ geantwortet. Erfahrung in der Schauspielerei hatte der Basler bis dahin keine, also hieß es erst einmal eine Schauspielschule besuchen. Nach seiner Ausbildung in München wurde er Ensemblemitglied am Ulmer Theater. Seit 2006 schlägt er sich als Freischaffender durch. „Ich muss mich also täglich aufs Neue um Engagements kümmern, was teilweise gar nicht mal so einfach ist.“ Schauspieler aus den Metropolen wie Köln, Berlin oder München hätten es schon einfacher, doch er lebe gern im ruhigen Immenhausen, wolle sozusagen von hier aus die Filmwelt erobern. Für Kasseler Theatergänger ist der Schweizer bestimmt kein Unbekannter, hat er doch sowohl am Staatstheater als auch in der Komödie schon in vielen Stücken mitgewirkt. „Ich habe so viel auf der Bühne gestanden, dass mich der Film nun mehr reizt.“

Aktuell steht Rüegg weder auf der Bühne noch vor der Kamera. Doch ganz untätig ist er dennoch nicht: „Ich gebe dreimal die Woche Schauspielunterricht an einer Kasseler Schule. Meine Erfahrung an Jüngere weiterzugeben, macht mir großen Spaß.“

Viel Zeit für Hobbys hat der Familienvater nicht. In seiner Freizeit ist er gerne mit seinem Hund in der Natur unterwegs, was sich auch hervorragend zum Texte lernen eignet, wie er meint. „Ich spreche mir meine Passagen auf und höre sie dann, wenn ich spazieren gehe.“ Auch sonst ist er recht naturverbunden, buddelt gerne Kartoffeln im eignen Garten aus oder sammelt Hagebutten aus denen er dann Marmelade kocht.

In Immenhausen ist er bei vielen nur als „der Schauspieler“ bekannt. Und ein Fremder ist er auch hier schon lange nicht mehr, was klar wird, wenn man mit ihm einige Zeit in der Öffentlichkeit verweilt: „Hallo Rosi. Wie geht's, Marion. Grüß dich, Günther“, geht es da bald im Minutentakt.

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