"Glück auf"

Blauer Sonntag in Holzhausen: Wanderung zu ehemaliger Zeche

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Vor den Überresten einer Kettenbahn, wie sie auch in Holzhausen zum Kohletransport eingesetzt wurde: Franz Kafko und Helmut Bretthauer von der Arbeitsgemeinschaft Eco Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald.

Zum Blauen Sonntag wird eine Wanderung zur ehemaligen Zeche Neue Hoffnung bei Holzhausen angeboten.

Heute erinnern nur noch Überreste und Hinweistafeln in einem idyllischen Waldstück bei Holzhausen daran, welche Bedeutung dieses Gebiet einst für die nähere Umgebung hatte. Anfang der 1970er-Jahre ging hier eine Ära zu Ende. Über 400 Jahre lang förderten Bergleute in diesem Areal Braunkohle.

Zum Tag der Industriekultur gibt es nun für Interessierte die Gelegenheit, bei einer Wanderung die ehemaligen Zechen kennenzulernen und mehr über den in der Region einst so bedeutenden Industriezweig zu erfahren.

„Für die Dörfer in der Umgebung war der Bergbau sehr wichtig“, betont Helmut Bretthauer von der Arbeitsgemeinschaft Eco Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald. Als die Zechen „Neue Hoffnung“ und „Osterberg“, über die der Pfad heute führt, in den 50er und 60er Jahren in Betrieb waren, boten sie Arbeitsplätze für 40 bis 50 Bergleute.

Die Bergmänner der Zeche Neue Hoffnung in Holzhausen vor dem Eingang des Stollens.

Arbeitsgemeinschaft restaurierte das Gelände

Nachdem das Areal über viele Jahre der Witterung ausgesetzt war, kümmerte sich die Arbeitsgemeinschaft darum, dass es wieder für Besucher zugänglich gemacht wurde. „Als wir angefangen haben, mussten wir erst mal alles freischneiden.“, erinnert sich Bretthauer, der lange Zeit selbst Wanderungen über das Gelände geleitet hat.

Auf Hinweistafeln, die von der Arbeitsgemeinschaft aufgestellt wurden, erfährt man Details zur ehemaligen Zeche. „Ohne die Arbeit des Geschichtsvereins wäre das alles hier nicht möglich gewesen“, fügt Franz Kafko hinzu, der am Sonntag die Wanderung leitet.

Die Überreste aus der Zeit des Betriebs sind vielfältig. Neben Fundamenten und Relikten einer elektrisch betriebenen Kettenbahn, hat der Bergbau auch in der Natur tiefe Spuren hinterlassen.

„Der ganze Osterberg ist bergmännisch duchlöchert“, berichtet Kafko weiter. Daher ist das Gelände der alten Zeche mit sogenannten Pingen übersät, Kratern, die durch den Einsturz ehemaliger Gruben entstanden sind.

„Eine Schöne Runde durch die Natur“

Bei der Wanderung am Sonntag geht es durch ganz unterschiedliches Terrain. „Das ist eine schöne Runde durch die Natur“, freut Kafko sich. So komme man über Felder und Wiesen in den Wald und habe auch noch eine schöne Aussicht ins Fuldatal bis nach Rothwesten. Kafko, dessen Vater schon als Bergmann in der Zeche gearbeitet hat und einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen ist, wird auf dem Weg auch einige interessante und lustige Anekdoten erzählen. Zum Beispiel, wie der Hering eigentlich bis nach Holzhausen kam und was das alles mit der ehemaligen Zeche zu tun hat.

In insgesamt 2,5 Stunden geht es über den fünf Kilometer langen Eco-Pfad. Treffpunkt am Sonntag, 11. August, ist der Parkplatz am Bürgerhaus Holzhausen. Die gemeinsame Wanderung beginnt um 10 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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