Investition: Immenhausen gibt Geld für Windrad-Planung

Geld ist reserviert: Für die Entwicklung von Windkraftanlagen im Reinhardswald stellt Immenhausen 41 000 Euro frei. Foto: nh

Immenhausen. Die Stadt Immenhausen bleibt in der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) bei der Stange. Für die Entwicklung von Windkraftanlagen stellt Immenhausen 41.000 Euro frei.

Nach intensiver Debatte, in der die Freie Liste Einspruch erhob, hat die Stadtverordnetenversammlung 41.000 Euro als ihren möglichen Anteil für die Projektentwicklung freigegeben. Der Betrag wird im Haushalt 2016 eingestellt.

Das Geld ist reserviert für die Gründung einer Projektgesellschaft und die Entwicklung von „verträglichen Windkraftanlagen im Reinhardswald“, sofern diese Schritte nötig würden. Zugleich wurde einer Kooperationsvereinbarung zwischen der EGR mit der Stadtwerkeunion Nordhessen und der EAM zugestimmt (bei drei Gegenstimmen der Freien Liste).

Das Immenhäuser Votum dürfte breite Beachtung finden, nachdem sich die Stadt Hofgeismar aus der Interessengemeinschaft interessierter Kommunen ausgeklinkt hatte (wir berichteten). Grebenstein dagegen stellte erst kürzlich ebenfalls Haushaltsmittel bereit, die Beratung in Reinhardshagen hält dagegen noch an.

Am besten gar nicht, lautete auch in Immenhausen der Tenor der Diskussion. Will heißen: Die Mitglieder der Energiegenossenschaft streben nicht primär Windkraftanlagen im Reinhardswald an, wollen aber gewappnet sein. Für den als wahrscheinlich eingestuften Fall, dass die vom Land ausgewählten Flächen zur Errichtung moderner Megamühlen für Investoren freigegeben werden, will der kommunale Zusammenschluss das Heft nicht aus der Hand geben. Ziele sind die Mitwirkung bei Standortauswahl und Planung sowie eine Beteiligung an der Rendite.

Im Gespräch sind maximal 20 Anlagen mit einer Höhe von bis zu 200 Metern. Keinen Zweifel ließen sämtliche Redner daran, dass der Immenhäuser Parlamentsbeschluss vom September nichts an Gültigkeit verloren habe. Nur wenn sich der Bau der Anlagen im nördlichen Reinhardswald nicht verhindern lasse, sollen sich die in der EGR organisierten Anrainer im Bieterverfahren bewerben. Bürgermeister Herbert Rössel warb eindringlich um Unterstützung.

Protest kam von Malte Fehling, Freie Liste. Dem Kooperationsvertrag zuzustimmen und Haushaltsmittel freizugeben, dies komme solange nicht in Betracht, wie die Möglichkeit bestehe, Windkraftanlagen im Reinhardswald zu verhindern.

Es erscheine mehr als unwahrscheinlich, dass der Reinhardswald völlig verschont bleibe, sagte SPD-Fraktionschef Walter Perndl. Deshalb mache es Sinn, wenn die EGR bereit stehe, das Verfahren zu begleiten und dabei die Interessen der Anrainer zu berücksichtigen.

Für die CDU stellte Fraktionschef Hartmut Lind fest: „Wenn es zum Bau von Windkraftanlagen im Reinhardswald kommen sollte, dann wollen wir mitbestimmen.“ Seine Fraktion sei sich durchaus bewusst, dass man sich mit dem Beschluss nicht nur Freunde mache.

Hinweis: In einer ersten Version dieses Artikels war bei der Freien Liste von Enthaltungen und nicht von Gegenstimmen die Rede. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. 

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