Immenhausen sucht Fahrer für Bürgerbus

Immenhausen bekommt einen Bürgerbus: Bürgermeister Herbert Rössel, Georg Schützeberg, Udo Schaffland und Erster Stadtrat André Rittner haben sich den Bürgerbus in Espenau genauer angesehen. Ein solches Modell kommt auch für Immenhausen in Frage. Foto: Hartung

Immenhausen. Ein Bus wie auf dem Foto wird bald den Alltag der Immenhäuser erleichtern. Denn in ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadtverordneten beschlossen, einen Bürgerbus anzuschaffen.

20.000 Euro der Kosten werden vom Landkreis Kassel übernommen. Die Stadt sucht derzeit ehrenamtliche Fahrer. Zehn hätten sich schon gemeldet, sagt Bürgermeister Herbert Rössel. Mit dem Bus sollen dann insbesondere ältere Menschen problemlos den Supermarkt, Arzt oder die nächste Bank erreichen.

„In Holzhausen sind zum Beispiel die Zweigstellen der Stadtsparkasse und der Kasseler Bank weggefallen“, sagt Rössel. Zudem hätten die Holzhäuser keine Möglichkeit, im Ortsteil einkaufen zu gehen. „Es gibt zwar eine Bäckerei, aber von einer Grundversorgung kann man da nicht sprechen.“ Eine Konkurrenz zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr soll der Bürgerbus nicht werden. Vielmehr solle er diesen ergänzen, um Fahrplanlücken zu schließen.

Denn die Stadt geht davon aus, dass aufgrund zunehmend geringerer Zuschüsse des Bundes und des Landes das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln gerade im ländlichen Bereich weiter ausgedünnt wird. „Auf der Strecke von Mariendorf nach Immenhausen ist eine Linie komplett weggefallen“, sagt Rössel. Um den Ausfall aufzufangen, setzt die Stadt derzeit ein Taxi ein, das sechsmal am Tag gegen eine geringe Gebühr fährt. „Ein Bus, der bis zu neun Personen gleichzeitig transportiert, wäre aber wesentlich umweltschonender“, sagt der Erste Stadtrat André Rittner. Außerdem könnten durch die Fahrten mit dem Bürgerbus auch soziale Kontakte entstehen. Georg Schützeberg wohnt selbst in Mariendorf und kennt die Problematik. „Einige ältere Bewohner haben dort keine Fahrzeuge und auch keine Angehörigen, die sie fahren können.“ An Sonn- und Feiertagen soll der Bus dann auch Vereinen und Verbänden der Stadt zur Verfügung stehen.

Mit den zehn Freiwilligen, die sich bisher als Fahrer gemeldet haben, könnte man notfalls auskommen, vermutet Rössel. „Aber man muss davon ausgehen, dass manche auch nur zwei- oder dreimal im Monat fahren wollen.“ Optimal seien um die 20 Freiwilligen, die den Bus abwechselnd steuern. Ein Personenbeförderungsschein wird nicht benötigt, lediglich ein Führerschein der Klasse B. Die Organisation der Fahrten wird über die Stadtverwaltung abgewickelt.

Wie der Bus genau aussehen wird, soll sich in der nächsten Stadtverordnetensitzung entscheiden. Die Ausschreibung für den Bus läuft derzeit.

Kontakt: Wer sich als Fahrer engagieren möchte, meldet sich bei Dirk Brede unter 05673/503136 oder schreibt eine Mail an dirk.brede@ immenhausen.de

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