Kritiker sehen Schwarzstorche gefährdet

Entgegen dem Trend: Stadt Immenhausen setzt sich für Windräder ein

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Windkraftanlage im Kreisteil Hofgeismar: In Immenhausen will man den Bau solcher Anlagen ermöglichen – gegen Bedenken wegen des Volgelschutzes.

Immenhausen. Während im nördlichen Landkreis Kassel vielerorts der Widerstand gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen wächst, ist es in Immenhausen anders.

Dort setzt sich das Stadtparlament für eine Fläche ein, auf der drei Windräder entstehen könnten. Ob dort wirklich Schwarzstörche lebten, sei nicht bewiesen, argumentieren die Stadtverordneten.

Damit schwimmt Immenhausen gegen den Strom: Denn von den Stellungnahmen, die in diesen Tagen bei Regierungspräsidium eingehen, dürfte sich ein Großteil gegen die Flächen wenden, auf denen Windkraftanlagen entstehen sollen. Eine verbreitete Argumentation ist dabei, auf Vorkommen des bedrohten Schwarzstorches und Rotmilans zu verweisen.

Das geschah auch bei der Fläche KS_24 nördlich von Immenhausen: Dort gab es Bedenken, weil dort Schwarzstörche brüten und auf Nahrungssuche sein könnten. Doch das ist laut der Stadt nicht bewiesen: Zwar wurden Schwarzstörche dort gesehen, dass sie dort brüten, sei nicht beweisen. Zudem verweist die Stadt auf das Genehmigungsverfahren, in dem weitere Studien erfolgen könnten.

Ein weiteres Problem ist der Luftverkehr: Ein geplantes Windrad würde sich nur 430 Meter von einer An- und Abflugstrecke befinden. Die Deutsche Flugsicherung hält aber einen Abstand von 1000 Meter für nötig.

Hier will die Stadt eine Ausnahme und gegebenfalls Auflagen erreichen.

Hartmut Lind (CDU) betonte, dass man die Windkraftpläne in Immenhausen mittrage – wenn denn die Investoren von vor Ort kämen. Er sei überzeugt, dass sich mit gutem Willen auch eine Lösung für KS_24 finde. Und es sei wichtig, die Unterstützung der Immenhäuser zu haben.

Walter Perndl (SPD) erklärte, es gehe zunächst nur darum, das Gebiet als Vorrangfläche für Windkraft zu sichern. Inwieweit dann Anlagen wirklich geplant und gebaut werden, müsse man danach sehen. Dann müsse man sich auch darüber unterhalten, ob die Stadt oder ein privater Investor die Sache in die Hand nehme.

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