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Immenhausens Grenzen erkunden: Bis zum Dreiländereck und wieder zurück

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Von: Tanja Temme

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Weiter zur Grenze: Auch durch die Gemarkung Spechtenbeck ging es bei der Wanderung. Da hatte die Gruppe den Grenzverlauf noch nicht erreicht.
Weiter zur Grenze: Auch durch die Gemarkung Spechtenbeck ging es bei der Wanderung. Da hatte die Gruppe den Grenzverlauf noch nicht erreicht. © Tanja Temme

120 Immenhäuser erkunden bei einer Wanderung der TSV Immenhausen die westliche Stadtgrenze – im Mai geht es weiter.

Immenhausen– Auf Schusters Rappen erkundeten am Samstag 120 Immenhäuser einen Teilabschnitt ihrer Gemarkungsgrenze. Unter der Leitung von Walter Kouril ging es drei Stunden in den westlichen Bereich ihres Städtchens. Dort zeigte der Wanderführer auf, wo der Grenzverlauf zwischen Immenhausen und den Nachbarorten Grebenstein und Udenhausen verläuft.

„Da der gesamte Grenzverlauf 30 Kilometer lang ist, biete ich vier Grenzwanderungen an, die kleeblattförmig in jede Himmelsrichtung gehen werden“, erklärte Walter Kouril, der der Abteilung Wandern der örtlichen Turn- und Sportvereinigung angehört.

Grund dafür sei das diesjährige Stadtjubiläum. Dass sich so viele Bürger für die Wanderung interessierten, erfreute den Initiator sehr. „Irgendwann mussten wir ein Teilnahmestopp machen, weil es sonst zu viele geworden wären“, gibt er preis. Genau deshalb sind die Wanderfreudigen auch aufgeteilt in drei Gruppen losgezogen.

Immenhäuser erkunden Stadtgrenze: Wanderführer erklärt historische Hintergründe

Nachdem sich die Gruppe am örtlichen Bernhard-Vocke-Stadion getroffen hatte, ging es los in Richtung Leutenhäuser Berg. „Hier hat es mal eine Kirche gegeben“, berichtete der 72-Jährige und zeigte in Richtung Schwimmbad. Laut Erstnennung von 1100 habe der Bereich Luidonhuson geheißen, was wahrscheinlich von dem Kirchengeläut hergleitet, worden wäre, meinte Kouril.

Bis die Wandersleut die Gemarkungsgrenze erreicht hatten, ging es durch die Gemarkung Spechtenbeck, die den Namen vom dem dortigen Bach bekommen hat. „Früher nannte man Flurstücke übrigens Gewanne“, bemerkte der Leiter während des Laufens, diese hätten stets zehn mal so lang wie breit sein müssen, damit die Bauern genügend Raum zum Wenden des Ochsenkarrens gehabt hätten. Angekommen an der sogenannten Udenhäuser Plattenbreite, die aus vielen Feldern besteht, wies der Immenhäuser erstmals seine Begleiter auf die Gemarkungsgrenze hin.

„Hier läuft sie einmal quer durch den Acker“, meinte er und ergänzte, dass man sich dem echten Grenzverlauf immer nur auf hundert Meter nähern könne. Historische Grenzsteine suchte die Gruppe allerdings vergeblich. Diese seien wahrscheinlich mit der Zeit verlorengegangen, hieß es da. „Wir gehen jetzt auf dem Holzweg weiter, der seinen Namen wahrscheinlich dem nahen Reinhardswald verdankt“, so Kourils weitere Erklärungen.

Wanderführer gibt blutige Sage von der „Weißen Frau“ zum Besten

Im Anschluss ging es am Giedenhof zwischen Grebenstein und Udenhausen entlang. „Diesen Bereich nenne ich das Dreiländereck. Hier treffen die Grenzen von Immenhausen, Udenhausen und Grebenstein aufeinander.“ Von dort aus zog man wieder gen Immenhausen, überquerte die Grebensteiner Straße, wo der Wanderführer an das wüst gefallene Dorf Herboldsen erinnerte. „Deshalb heißt die Gemarkung heute Herbolzen.“

Kurz vor der Lindenmühle gab Walter Kouril noch die blutige Sage von der „Weißen Frau“ zum Besten, bevor man dann über das Industriegebiet wieder zum Stadion zurückkehrte. Nach den gelaufenen zehn Kilometern wurden alle mit Glühwein und Schmalzenbrot belohnt. „Für mich hat es sich gelohnt, denn mir war zuvor nicht klar, wo die Grenze herläuft“, sagte Teilnehmer Herbert Schmidt. Auch andere äußerten sich ganz ähnlich und wollen gerne auch am im Mai wieder dabei sein, wenn die nächste Grenzwanderung der TSV Immenhausen ansteht.

Info: Die TSV Immenhausen plant anlässlich der 900-Jahr-Feier von Immenhausen noch weitere Wandertouren am 6. Mai, 8. Juli und am 14. Oktober. Die Beschreibung der Wanderungen werden auf der Internetseite der Stadt Immenhausen zur 900 Jahrfeier und auf der Internetseite der TSV Immenhausen bekannt gegeben. (Tanja Temme)

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