CDU-Fraktion setzt sich für Ansiedelung ein

In Immenhausen fehlt ein Augenarzt - Landkreis: "Keine Chance"

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Wären gerne Patienten in Hofgeismar: Erika Engels (vorn) und ihre Freundin Katharina Gottfried gehen in Zierenberg zum Augenarzt, da die Wartezeiten in Hofgeismar zu lange sind. Sie fänden es gut, wenn sich in Immenhausen ein Augenarzt niederließe. 

Immenhausen. Wer in Immenhausen wohnt und zum Augenarzt will, muss sich auf Wege und lange Wartezeiten einstellen. In der Stadt selbst gibt es keinen Augenarzt.

Bei Fachärzten in der Umgebung ist es „so gut wie unmöglich, relativ zeitnah einen Termin für eine Augenuntersuchung zu bekommen“. So hieß es in einem Antrag der Immenhäuser CDU zu einer Stadtverordnetensitzung Ende 2014.

Sieht die medizinische Versorgungssituation in Immenhausen kritisch: Lothar Dietrich (CDU)

An dieser Situation habe sich laut Fraktionsvorsitzendem Lothar Dietrich bis heute nichts geändert, die Lage sei eher noch ernster geworden. Durch eine Anfrage bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen hat sich die CDU Immenhausen nun erneut dafür eingesetzt, dass sich ein Augenarzt in Immenhausen niederlässt. „Wir haben direkt am Marktplatz einen Augenoptiker mit Brillenladen und im nahen Umkreis gibt es einige leer stehende Objekte“, sagt Dietrich. „Es fehlt nur noch ein Augenarzt.“

Der Fraktionschef verweist dabei unter anderem auch auf das Alten- und Pflegeheim mit 48 sowie dem Heim für schwerstpflegebedürftige Patienten mit weiteren 30 Plätzen in Immenhausen. Außerdem ist ein weiteres Wohn- und Pflegeheim am Bahnhof in Bau, das im Sommer fertig sein soll. Im Januar wurde in Grebenstein, der direkten Nachbarkommune Immenhausens, ein Seniorenheim mit 90 Wohnplätzen eingeweiht. „Den überwiegend älteren Menschen in all diesen Einrichtungen ist es praktisch unmöglich, lange Wege zum Augenarzt zurückzulegen“, schrieb Dietrich an die KV Hessen.

Das bestätigt auch die Stadt: „Um die Wartezeiten für die Immenhäuser zu vermindern und die Attraktivität der Stadt zu steigern, wäre die Ansiedlung eines Augenarztes wünschenswert“, sagt Kämmerer Lars Obermann.

Landkreis überversorgt

Doch aktuell ist dies offenbar unmöglich. Laut Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel gibt es zurzeit „keine Chance auf einen freien Augenarzt-Sitz in Immenhausen“. Der Landkreis sei in dieser Beziehung überversorgt. Das heißt: „Selbst wenn in Kürze ein Augenarzt in der Region aufhören würde, heißt das nicht automatisch, dass ein Sitz für einen neuen Arzt frei wird.“ Das müsse dann aber erst berechnet und geprüft werden. Mitspracherecht habe der Kreis dabei aber nicht. Um die Versorgung mit Haus- und Fachärzten kümmert sich die KV.

Die nächsten Augenärzte im Umkreis von Immenhausen sind in Hofgeismar, Vellmar und Fuldatal. Anrufe in den Praxen ergaben, dass neue Patienten in Hofgeismar derzeit drei Monate auf einen Termin warten, die Augenärztin in Fuldatal-Ihringshausen nimmt seit knapp einem Jahr überhaupt keine Patienten mehr auf.

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