Unglück in Immenhausen

Parkour-Läufer stürzt durch Hallendach und wird lebensgefährlich verletzt

Immenhausen. Ein 16 Jahre alter Jugendlicher aus dem Altkreis Hofgeismar ist am Montag gegen 21 Uhr beim Hindernislauf - Parkour genannt - auf einem alten Fabrikgelände am Bahnhof Immenhausen durch ein Hallendach eingebrochen und lebensgefährlich verletzt worden.

Nach Angaben der Polizei waren der 16-Jährige aus dem Altkreis Hofgeismar und zwei 17 und 19 Jahre alte Jugendliche aus Kassel und Espenau auf das Dach des stillgelegten Glashüttengeländes geklettert um dort Parkour zu laufen, eine bei jungen Leuten beliebte Sportart.

Der 16-Jährige stürzte dabei auf dem bemoosten Dach durch eine Lichtbahn aus Kunststoff und fiel etwa acht Meter tief auf den Betonboden der Fabrikhalle. Beim Aufprall zog er sich nach Angaben der vor Ort eingesetzten Beamten der Polizeistation Hofgeismar lebensgefährliche Verletzungen zu.

Nach seiner Erstversorgung am Unfallort durch einen Notarzt und die Rettungswagenbesatzung wurde der Verunglückte zur intensivmedizinischen Versorgung und Weiterbehandlung ins Klinikum nach Kassel gebracht. Die beiden jugendlichen Begleiter blieben körperlich unverletzt.

Sie waren durch das Haupttor auf das Gelände der stillgelegten, teilweise genutzten und teilweise abgebrochenen Glashütte gelangt, die saniert werden soll. Durch ein Treppenhaus stiegen sie auf das Dach.

Die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang werden vom Kommissariat 11 der Kasseler Kripo geführt. Die Beamten wollen vor allem klären, wie die Jugendlichen auf das Gelände und auf das Dach gelangten. Gegen einzelne Personen oder Einrichtungen werde nicht ermittelt, hieß es. Das Glashüttengelände wurde seit der Stillegung des Betriebs 1996 mehrfach aufgeteilt und wechselte die Besitzer. Die Gebäude sollen versperrt gewesen sein, allerdings war der äußere Zaun nach verschiedenen Abrissarbeiten nicht mehr komplett vorhanden.

Fotos: Parkour-Läufer verunglückt in Immenhausen

Parkour-Läufer verunglückt in Immenhausen

Artikel aktualisiert um 16.15 Uhr

Parkourist eine aus Frankreich stammende Fortbewegungsart mit dem Ziel, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von einem Punkt zum anderen zu gelangen und zwar nicht auf den üblichen, sondern auf den kürzesten Wegen. Bewegungsfluss und -kontrolle stehen dabei im Vordergrund. Sie gilt nicht als gefährlicher als andere Sportarten, da die Läufer meist gut trainiert sind. Es erfolgt über Hindernisse oder im Stadtumfeld. Parkour wurde seit Ende der 1990er Jahre populär durch Werbung und Filme (beispielsweise James Bond „Casino Royale“). (tty)

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