Hunderte kamen in die Immenhäuser Stadtkirche

Mächtig abgegangen: Gospelchor Voices United riss das Publikum mit

Gospel ist sein Leben: Jeffrey Staten Gospel verzauberte das Publikum mit seiner besonderen Stimme. Begleitet wurde er und auch die anderen Solisten vom Chor Voice United. Der Chor ist nur eines der musikalischen Projekte des Kasselers. Foto: Tanja Temme

Immenhausen. Eines liegt Jeffrey Staten bei Konzerten besonders am Herzen: „Die Leute sollen in viel besserer Stimmung gehen, als sie gekommen sind“, sagt der Leiter von Voices United, einem Kassler Gospelchor, der am Samstagabend in der Immenhäuser Stadtkirche dieses Anliegen einmal wieder wahrmachte.

Gerade mal ein paar Minuten brauchten der charismatische Frontmann und seine Sänger, um das Publikum in eine Art Gospel-Fieber zu versetzen. „Ihr seid doch nicht etwa müde - ich möchte, dass wir zusammen abgehen“, forderte er die mehreren hundert Gäste zum Mitmachen auf. Doch nicht nur um ausgelassene Stimmung ging es bei dem Auftritt der Formation, vielmehr wollen sie mit ihren Liedern „Herz und Seele berühren“, wie der 58-Jährige sagte.

Hohe Ansprüche hat der gebürtige Amerikaner auch bei der Auswahl der Stücke. Sister Act könne jeder machen, sie seien keine Showtruppe, brachte er es auf den Punkt und ergänzte, dass deshalb typisch kommerzielle Gospelstücke für sie nicht in Frage kämen, sondern eher unbekannte mit Tiefgang. Staten muss wissen wovon er spricht, sang er doch schon als Dreijähriger erstmals einen Gospel in einer Kirche in North Carolina.

Viele der Stücke im 90-minütigen Programm wurden von Staten mit Chorbegleitung vorgetragen – so etwa „We sing Praises“, eine Art „Lobet den Herrn“ in Gospelversion. „Dieses Lied wird nie in einem Konzert von mir fehlen, denn es hat eine besondere Bedeutung für mich“, gab er preis und spielte damit auf eine schwere Erkrankung an, von der er sich noch immer erholt. Davon ließ er sein Publikum allerdings nichts spüren – stimmgewaltig, gut gelaunt, einfach energiegeladen verzauberte er die Gäste vom ersten bis letzten Moment. Außergewöhnliche Leistungen brachten auch einige seiner Chormitglieder, die solo oder im Duett mit dem Chorleiter sangen. Viel Beifall bekamen da Andreas Kornrumpf für das balladeske Stück „He“ - oder Anja Höhmann, deren Stimme zu rhythmischeren Klängen kraftvoll durch die Kirche tönte.

Auch wenn Staten das Zugpferd von Voices United ist, so legt er dennoch großen Wert darauf, dass ihr Bandname Programm ist. „Ich habe den Chor vereinigte Stimmen genannt, weil jeder gleichwichtig ist - nur gemeinsam können wir überzeugten.“ Tatsächlich hat der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, als welcher er einst in den USA praktizierte, sich mit dem Chor einen langjährigen Traum wahrgemacht. Das Konzert in Immenhausen war das einzige dieses Jahr in Deutschland, denn die Sänger brauchten eine Schaffenspause und konzentrieren sich nun auf ihren einwöchigen Amerikaaufenthalt im September.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.