Städte arbeiten mit Fließpfadkarten

Mehr Schutz vor Starkregen im Kreisteil Hofgeismar

Katharina Debes von der Immenhäuser Stadtverwaltung zeigt auf einem Computer-Bildschirm eine Fließpfadkarte.
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Die Immenhäuser Fließpfadkarte: Katharina Debes von der Stadtverwaltung zeigt die Karte für den Stadtteil Holzhausen. Sie soll dazu beitragen, den Ort vor Wassermassen zu schützen.

Immenhausen und Trendelburg gehören zu den ersten Städten in Hessen, die Fließpfadkarten vom Hessischen Landesamt für Umwelt bekommen haben.

Kreisteil Hofgeismar – Wie können Orte besser vor Überflutungen infolge von Starkregen geschützt werden? Nach den Ereignissen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gucken auch Städte und Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar genau, wie Wasserfluten verhindert oder deren Folgen möglichst vermindert werden können.

Die Fließpfadkarten zeigen, wo sich Wassermassen nach starken Niederschlägen ihren Weg suchen können. In Immenhausen und Trendelburg sollen sich jetzt Arbeitsgruppen mit den Karten beschäftigen und Gefahrenpunkte ausmachen. Dabei werden Feuerwehr und Landwirte eingebunden, erklärten der künftige Bürgermeister Lars Obermann (Immenhausen) und Martin Lange (Trendelburg).

Gottsbüren von Starkregen betroffen

Trendelburg bereitet bereits die Umsetzung von Maßnahmen vor, die eine Arbeitsgruppe erst noch vorschlagen soll. Im Entwurf des Haushaltsplans 2022 seien 200 000 Euro vorgesehen, um den Schutz vor Starkregen zu verbessern. Die Stadt rechne dabei auch mit Zuschüssen, sagte Lange.

In Trendelburg war der Stadtteil Gottsbüren in den vergangenen Jahren mehrfach von Sturzfluten betroffen, zuletzt im Sommer. Probleme bei Starkregen gibt es auch in Stammen und Eberschütz. Dort solle die Arbeitsgruppe ebenfalls gefährdete Bereiche anschauen. Hochwasser nach starken Niederschlägen gab es unter anderem im Juni 2020 in Immenhausen, sagte Obermann.

Beide Städte wollen zumindest für Teile ihrer Stadtgebiete auch Starkregen-Gefahrenkarten erarbeiten lassen. Die zeigen detailliert Gefährdungen an.

In Reinhardshagen Riesenrohre gegen Wasserfluten

Ganz praktische Maßnahmen gegen Starkregen hat die Gemeinde Reinhardshagen schon vor etwa 40 Jahren ergriffen: Im Baugebiet Wolfskaute wurden damals Wasserrohre mit einem Durchmesser von 2,20 Meter verlegt, berichtet Bürgermeister Fred Dettmar. Sie sollen Wasserfluten aus dem Reinhardswald zur Weser leiten. Auch Reinhardshagen hat eine Fließpfadkarte beim Hessischen Landesamt für Umwelt beantragt.

Fred Dettmar sagt aber auch ganz klar: „Bei 200 Liter Regen pro Quadratmeter kommt man nicht klar. Da kann man nur versuchen, rechtzeitig Menschenleben zu retten,“ So viel Niederschlag hatte es im Juli im Ahrtal gegeben. (Bernd Schünemann)

Starkregen-Gefahrenkarten informieren detaillierter

Der Wasserverband Diemel empfiehlt seinen Mitgliedsgemeinden Starkregen-Gefahrenkarten. Die informieren genauer über die Gefahren von Wasserwellen als Fließpfadkarten. Starkregenkarten zeigen kleine örtliche Gegebenheiten wie Flutgräben, Kanalisation und Gebäude. Auch die landwirtschaftliche Nutzung, die sich auf den Abfluss von Wasser auswirkt, wird berücksichtigt. Die Karten sind aber deutlich teurer: Sie kosten 1500 Euro je Quadratkilometer Fläche. (Bernd Schünemann)

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