Auszeichnung für Immenhäuser nach langem Engagement

Mut machen fürs Ehrenamt: Bundesverdienstkreuz für Andreas Güttler

Dank für Engagement: Europastaatssekretär Mark Weinmeister (links) überreichte dem ehemaligen Immenhäuser Bürgermeister Andreas Güttler das Bundesverdienstkreuz und dessen Frau Daniela einen Blumenstrauß.
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Dank für Engagement: Europastaatssekretär Mark Weinmeister (links) überreichte dem ehemaligen Immenhäuser Bürgermeister Andreas Güttler das Bundesverdienstkreuz und dessen Frau Daniela einen Blumenstrauß.

Mit 15 Jahren hat Andreas Güttler sein erstes Ehrenamt übernommen. Er wurde Judotrainer in der Sportvereinigung seiner Heimatstadt Immenhausen.

Immenhausen - In den darauffolgenden Jahrzehnten weitete Güttler seine Tätigkeiten nicht nur auf sportlicher Ebene in der TSV Immenhausen aus. Auch in der Kommunalpolitik Immenhausens und des Landkreises Kassels sowie im evangelischen Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen fasste er Fuß: etwa als Bürgermeister, als Vorsitzender im Kreistag und als Mitglied der Kreissynode.

Nun – mit 58 Jahren – bekam der Immenhäuser für sein immer noch anhaltendes Engagement die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

Im coronageschuldet kleinen Kreis überreichte Europastaatssekretär Mark Weinmeister Güttler das Bundesverdienstkreuz. „Für das Geleistete Danke zu sagen, gehört zu den Grundüberzeugungen einer jeden Demokratie“, sagte Weinmeister am Samstagabend im Anbau der Jahnturnhalle in Immenhausen.

„Die Auszeichnung nehme ich stellvertretend für viele entgegen“, sagte Güttler und freute sich über die Verdienstmedaille. Ein „großes Glück“ sei es für ihn, erklärte der 58-Jährige, dass er die Auszeichnung dort entgegennehmen könne, wo seine „ehrenamtlichen Wurzeln“ liegen: in der Jahnturnhalle der TSV.

Hier war Güttler nicht nur Trainer. „Für den Anbau durfte ich als TSV-Vorsitzender und städtischer Kämmerer die Finanzierung entwerfen“, blickte er zurück. Einen großen Anteil an seinem Engagement – beruflich und ehrenamtlich – spricht er auch seinem Vater und dem Großvater mütterlicherseits zu.

So seien ihm die Erfahrungen zu Gute gekommen, die er aus den Tätigkeiten seines Vaters im Kirchenvorstand und seines Großvaters als aktivem Gewerkschafter und SPD-Vorsitzendem mitnehmen konnte. „Diese Pluralität und manchmal auch ein gewisses Spannungsfeld ist mir entgegengekommen.“ Auf diese Weise habe er ein „Verständnis für die Interessen anderer entwickeln“ können und gelernt, „die Notwendigkeit der Vielfalt zu verstehen“, ist sich Güttler sicher.

Güttler warf auch einen kritischen Blick auf das Ehrenamt. Denn die Familie habe auch oft auf ihn verzichten müssen. „Vor circa drei Jahren sagte einer unserer Söhne im Hinblick auf meine berufliche und ehrenamtliche Tätigkeit: Papa, ich will auf keinen Fall so werden wie du.“ Das, so gab Güttler zu, habe ihn nachdenklich gestimmt.

Dennoch wolle er auch Mut machen und bewarb das haupt- und ehrenamtliche Engagement mit den Worten des irischen Dramatikers und Politikers, George Bernard Shaw: „Du siehst Dinge und fragst: Warum? Aber ich träume von Dingen, die es nie gegeben hat und sage: Warum nicht?“ (Hanna Maiterth)

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