Tier hat es auf das Streusalz an einer Straße abgesehen

Mysteriöser Bock lässt sich nicht einfangen

So sieht er aus. Claudia Hansal zeigt ein Bild eines Skuddenbocks - eben so einer, wie er seit Tagen am Holzhäuser Ortsrand auftaucht. Fotos: Temme

Holzhausen. Mal ist er da, dann wieder weg: Ein geheimnisvoller Skuddenbock sorgt seit Tagen für Unruhe im Leben von Claudia Hansal.

Immer wieder klingelt jemand an der Haustür der Holzhäuserin, um zu fragen, ob sie ein Böckchen vermisse. Das liegt daran, dass Hansal mit ihrem Mann das Forsthaus am Ortsrand bewohnt, eben dort, wo sich das Tier gern aufhält.

Genau gesagt, kommt der Skuddenschafbock fast täglich an den Straßenrand zwischen dem Roten Stock und Schneiders Baum, einem Waldgebiet oberhalb des Dorfes. „Zuerst dachte ich noch es könnte ein Ziegenbock oder eine Heidschnucke sein, als ich gemeinsam mit den Leuten, die mich informiert hatten, zu der Stelle gefahren bin“, sagte die ehemalige Postbotin. Allerdings sei ihr schon beim nächsten Zusammentreffen klar geworden, dass es sich bei „Anton“, wie sie das Böckchen getauft hat, wahrscheinlich um einen Skuddenbock handelt.

Warum Anton regelmäßig an den Straßenrand kommt, ist für Hansal kein Geheimnis. Seit Tagen werde bei ihnen Salz gestreut und auf das Salz am Straßenrand habe es der Bock abgesehen. Bisher zeigte er sich als extrem scheu, sämtliche Unternehmungen der 56-Jährigen ihn einzufangen scheiterten. „Große Sorgen muss man sich nicht um ihn machen, denn er kommt auch bei starken Minusgraden durch - allerdings würde ich ihn schon gern einfangen und wieder einer Herde zuführen.“

In diesem Zusammenhang stellt sich die Holzhäuserin natürlich auch die Frage, wo er beheimatet sein könnte. Der Sababurger Tierpark wäre eine Möglichkeit, da dieser nicht allzu weit entfernt liegt. Sonst gibt es kaum Schafhalter im Holzhäuser Raum. „Anton sieht ziemlich verruppt aus - ich denke, dass er schon lange unterwegs im Wald ist.“ Da seine Schnecken, also seine Hörner noch nicht voll ausgeprägt sind, vermutet die Jägerin, dass er noch nicht sonderlich alt ist.

Um den kleinen Schwarzen einzufangen, hat Hansal auch schon überlegt, einen Schäfer mit ausgebildeten Hunden ins Boot zu holen, „doch das wird niemand tun, da habe ich meine Hoffnung längst aufgegeben.“

Tatsächlich ist der Bock keine geringe Gefahr - da er sich häufig am Straßenrand aufhält, inzwischen von 17 Menschen bei der Jägerin gemeldet wurde, kann es leicht zu einem Unfall kommen. Er bräuchte nur mal auf die Straße zu springen, dann könne es leicht zu problematischen Situationen kommen“, ist sich die Vorruheständlerin sicher. Haften müsse in diesem Fall der Eigentümer, der ja nun mal nicht bekannt ist.

Wie es mit Anton weitergeht, ist noch unklar. Mit einem riesigen Aufwand könne man ihn bestimmt einfangen, doch dies ist selbst der Tierfreundin zu viel. Wer also künfig Holzhausens Ortsschild in Richtung Reinhardshagen passiert, sollte vorsichtig sein - jederzeit kann ein schwarzes Böckchen am Straßenrand auftauchen und vielleicht sogar einen Satz Richtung Straße machen. Vielleicht vermisst auch jemand einen Skuddenbock oder hat eine Idee, wie man ihn einfangen könnte, schließlich sind Schafe ja Herdentiere und keine Einzelgänger. (zta)

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