Neubau in der Grebensteiner Straße

Immenhausen: Neue Pflegeeinrichtung für Menschen mit besonderem Pflegebedarf

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Bis Weihnachten soll der Rohbau stehen. Und in der zweiten Jahreshälfte 2020 sollen die ersten Bewohner einziehen, wenn alles planmäßig verläuft.

Ira und Wolfgang Rüdiger haben den Bauantrag für ein Haus an der Grebensteiner Straße gestellt, in dem ab dem nächsten Jahr drei Wohngemeinschaften für Menschen mit besonderem Pflegebedarf untergebracht werden sollen. Für den gut 26 Meter langen Neubau wurde ein ehemaliges Wohnhaus abgerissen. Das Haus stand zwischen der Burguffeler Straße und dem Ortseingang. In Immenhausen war es als „Polenkaserne“ bekannt. Seine Familie habe überlegt, was aus diesem Anwesen werden könnte, sagte Wolfgang Rüdiger auf HNA-Anfrage. Eine Sanierung habe sich nicht mehr gelohnt. Unter anderem, weil die Bausubstanz aus der Nachkriegszeit nicht mehr energetisch hätte saniert werden können, sagt Architektin Inge Engelhardt-Schäfer.

So soll der Neubau aussehen. Das Haus wird baulich an die benachbarten Gutsgebäude angepasst.

Da kam die Anfrage des Pflegedienstes Aiutanda Kassel, der in der Region Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige einrichten will. So entstand die Idee, drei Wohngemeinschaften in dem Neubau zu schaffen: zwei für Menschen mit besonderem Pflegebedarf (zum Beispiel Beatmung), eine für Menschen mit Demenz. 18 Menschen sollen künftig dort betreut werden. Sie werden rund um die Uhr von jeweils zwei entsprechend geschulten Pflegern versorgt.

Konkurrenz soll vermieden werden

Eine Konkurrenz zu bestehenden Pflegeheimen wollte die Familie vermeiden. Deswegen sei die Anfrage von Aiutanda gerade passend gekommen. Zu den Kosten wollte sich Rüdiger nicht äußern. Die Aufträge sollen möglichst an Handwerksbetriebe aus der Region vergeben werden. Er ist zuversichtlich, dass trotz gut laufender Baukonjunktur Unternehmen gefunden werden, die die Baupläne umsetzen.

Familie Rüdiger sorgt gewissermaßen für die äußere Hülle einschließlich Fahrstuhl und barrierefreien Zugängen, erhöhtem Brandschutz und entsprechender Haustechnik. Aiutanda richtet die Zimmer nach seinen Erfordernissen ein. Dazu gehören Badewannen mit Lift im Bad, das zu jedem Zimmer gehört.

Laut Rüdiger werden durch den Neubau keine zusätzlichen Flächen versiegelt. Wege und Terrassen sollen mit Ökopflaster gebaut werden, die Stellplätze erhalten Rasengittersteine. Das Haus wird so errichtet, dass die Pflegezimmer in Wohnungen umgewandelt werden können.

Vertriebene wohnten in der „Polenkaserne“

Wolfgang Rüdigers Großvater hatte das alte Wohnhaus an der Grebensteiner Straße erbaut. Dort wohnten Flüchtlinge und Vertriebene, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Immenhausen gekommen war. Deswegen trug das Haus im Ort den Namen „Polenkaserne“. Bis in die 1970er-Jahre wohnten dort Familien der Vertriebenen. Später mietete der Landkreis das Haus an und richtete ein Übergangswohnheim für Asylbewerber ein. Das wurde später in Sozialwohnungen umgewandelt.

Aiutanda: Pflegedienst aus Wolfhagen

Die Aiutanda GmbH betreibt bisher die klassische „Tourenpflege“: Klienten werden in ihrer häuslichen Umgebung versorgt. Das Projekt in Immenhausen ist das erste von Aiutanda, bei dem Pflegebedürftige in einem Haus untergebracht und gepflegt werden. Das Unternehmen mit Sitz in Wolfhagen hat derzeit 18 Mitarbeiter, sagte Geschäftsführerin Jessika Pioro. Für die beiden Immenhäuser Wohngemeinschaften für Intensiv-Pflegebedürftige rechnet sie im Schichtbetrieb mit etwa zwölf Vollzeit-Stellen für die Betreuung. Die Demenz-Gruppe im Erdgeschoss komme mit etwas weniger Mitarbeitern aus. Dafür werden noch Mitarbeiter gesucht.

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