Vereinsstätte jetzt auf dem neuesten Stand

Neue Vorschriften: Schützengilde Immenhausen rüstete für 100.000 Euro um

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Schießen auf ihrer runderneuerten Anlage gleich doppelt so gern: Vorsitzender Klaus Osterberg (mitte) und sein Stellvertreter Hans-Jörg Knauf mit Heike Kanngießer.

Immenhausen. Sicherheit wird bei der Schützengilde 1470 Immenhausen groß geschrieben. Wohl auch deshalb trägt Heike Kanngießer ihren Schlüsselbund immer bei sich.

Sie weiß genau, dass er unter keinen Umständen in falsche Hände geraten darf, öffnet er schließlich die Türen zu den tonnenschweren Schränken im Keller des Schützenhauses, in denen die Waffen des Vereins lagern.

Die Jugendwartin folgt damit auch strengen Vorschriften, denen Schützenvereine in Deutschland unterliegen. Würde sie dies nicht tun, gäbe es wahrscheinlich sogar Ärger mit dem Schießstandsachverständigen, der alle vier Jahre vorbei schaut, um die Anlage nach Vorgaben des Bundesinnenministeriums zu kontrollieren und abzunehmen.

Worauf es dabei ankommt, ist in den Schießstandrichtlinien festgelegt, einem dicken Papierwälzer, der die Immenhäuser jüngst manch Nerven gekostet hat. 2013 nämlich war ein Schreiben voll neuer Anforderungen ins Haus geflattert, das für die in die Jahre gekommene Schießanlage nur eines bedeuten konnte: umfangreiche und kostspielige Um- und Aufrüstungsarbeiten. An die 100 000 Euro haben die Schützen daraufhin in die Hand genommen, um ihre Vereinsstätte fit für die Zukunft zu machen.

Der 50-Meter-Außenstand ist nun umgeben von einer zweieinhalb Meter hohen Metallwand, damit sich kein Geschoss mehr verirren kann. Für den Spaß haben sich die Schützen hier außerdem eine elektronische Trefferanzeiger gegönnt. Am 25-Meter-Pistolenstand musste eine neue Lüftung her. „Die war gefordert, weil sich diesbezüglich die Vorschriften geändert haben“, sagt Schützenchef Klaus Osterberg. Geschossqualm müsse jetzt vom Schützen aus nach vorne weggedrückt werden, die neue Anlage schaffe das mit Leichtigkeit. Grund sei unter anderem das in Munition enthaltene Antimon, ein hoch toxisches Gift, das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2003 als krebserregend einstuft. Dieses werde durch das Schießen freigesetzt, Schützen atmeten es ein, sofern Lüftungsanlagen nicht ordnungsgemäß funktionierten und der Pulverdampf so zum Schützen zurückgeführt würde.

Außerdem neu: eine drei Meter lange und mit Sand gefüllte Holzkonstruktion als Abprallschutz für Kugeln, die es nicht bis zur Zielscheibe schaffen. Eine Wand aus speziellem Holz am Luftgewehrstand und einbruchssichere Panzerrollos für das Schützenhaus machen die Neuerungen komplett. Ein Loch haben die zwar nicht in die Vereinskasse gerissen, auch Dank Zuschüssen von Stadt und Landkreis, dennoch muss laut Osterberg nun erstmal ein bisschen gespart werden. „Dafür ist alles auf dem neuesten Stand“, freut sich Heike Kanngießer am Samstagnachmittag während der feierlichen Einweihung der runderneuerten Schießsportanlage. Und auch da hat sie die Schlüssel zu den tonnenschweren Waffenschränken immer bei sich, Sicherheit wird bei den Immenhäuser Schützen eben groß geschrieben.

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