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Einige Bauinteressenten in Mariendorf von Preisexplosion abgeschreckt

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Von: Hanna Maiterth

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Im Immenhäuser Stadtteil Mariendorf sind wieder viele Baugrundstücke frei geworden. Materialmangel und anziehende Preise aufgrund des Krieges in der Ukraine nannte man als Gründe.
Im Immenhäuser Stadtteil Mariendorf sind wieder viele Baugrundstücke frei geworden. Materialmangel und anziehende Preise aufgrund des Krieges in der Ukraine nannte man als Gründe. © Hanna Maiterth

Im Immenhäuser Ortsteil Mariendorf gibt es noch elf freie Bauplätze. 15 umfasst das Baugebiet „Wildgraben“ insgesamt. Bis vor Kurzem waren 13 Bauplätze verbindlich reserviert - das ist jetzt anders.

Immenhausen – Aufgrund von explodierenden Kosten und Materialmangel entschieden sich nun aber doch neun Interessenten gegen den Traum vom eigenen Haus in Mariendorf, wie Bürgermeister Lars Obermann mitteilte.

„Als Gründe wurden von den Bewerbern die unsichere Lage in der Ukraine mit deutlichen Preissteigerungen und die geringe Aussicht auf Besserung genannt“, berichtete Obermann. „Aus meiner Sicht eine erschreckende, aber durchaus nachvollziehbare Situation.“ Ursprünglich lagen der Stadtverwaltung 13 Erklärungen zum Abschluss eines Notarvertrags vor. Und auch der Magistrat hatte schon einen Beschluss über den Abschluss der Kaufverträge getroffen, sagt Obermann.

Der Spatenstich im Wildgraben erfolgte im Januar dieses Jahres. Der Vorausbau konnte dann Ende Juni beendet werden. Für die vier übrig gebliebenen Bauinteressenten kann es nun losgehen. Sie hatten bereits einen Termin beim Notar und dürfen mit den Bauarbeiten loslegen. Für die wieder freigeworden Grundstücke sucht die Verwaltung nun neue Bauinteressenten. Die Grundstücke sind zwischen 600 und 757 Quadratmeter groß. Der Preis für die vollerschlossenen Grundstücke liegt bei 130 Euro pro Quadratmeter. „Das Baugebiet befindet sich in ruhiger Lage am Westrand des Reinhardswaldes und bietet mit den kostenlosen Stadtbussen eine gute Anbindung an die Kernstadt“, erklärt Obermann die Lage im Ortsteil Mariendorf.

Ein Blick in die Kernstadt, in das Baugebiet „Leutenhäuserberg“, zeigt wiederum ein anderes Bild. Dort sind die Grundstücke nämlich bereits vermarktet. Das bestätigte auch Ralf Patock, Vorsitzender der Stadtsparkasse Grebenstein. Das Finanzhaus hatte das Baugebiet entwickelt und vermarktet. „Dies alles geschah schon zu großen Teilen im vergangenen Jahr“, berichtet Patock. Deshalb könne er die aktuelle Situation im Ortsteil Mariendorf auch nicht einschätzen.

Wie die bauinteressierten Kunden der Sparkasse auf die gestiegenen Preise reagieren? „Bei uns kommt es nur in Einzelfällen dazu, dass Bauvorhaben gar nicht umgesetzt werden und später realisiert werden sollen.“ Wie sich die Zukunft entwickle, hänge aber von verschiedenen Faktoren ab. „Der Ukraine-Krieg hat zweifellos die wirtschaftlichen Unsicherheiten weiter gesteigert und ist in seinen Auswirkungen noch nicht sicher prognostizierbar.“ Denn bereits vor Ausbruch des Krieges habe es Lieferkettenprobleme, Preissteigerungen und eingeschränkte Verfügbarkeiten bei einigen Waren und Dienstleistungen gegeben, so Patock. Der Lockdown in China, festsitzende Schiffe, das Abbrennen eines großen Herstellers für Dämmstoffe in Frankreich und temporär starke Nachfrage nach Holz aus den USA zählt der Vorsitzende als Beispiele auf. Der Krieg führte dann zu einer Steigerung. Zum Beispiel durch die Zerstörung des Stahlwerks in Mariupol, die eine Verteuerung der Stahlpreise bewirkte. Die Energiepreise seien Inflationstreiber und die steigenden Zinsen reihten sich ebenfalls in die Liste ein. „Die Ursachen für die wirtschaftlichen Unsicherheiten sind vielfältig.“

Wie sich die Zukunft entwickelt, hänge daher maßgeblich von den Auswirkungen der geschilderten Problemlagen ab und könne nicht sicher vorhergesagt werden. „Klar ist nur, kurz- und mittelfristig wird es wohl für uns alle nicht einfacher“, erklärte Patock. (Hanna Maiterth)

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