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Nistkästen für Vögel: Immenhäuser Naturschützer gibt Tipps für den Winter

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Von: Hanna Maiterth

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Für den Garten: von links Nistkästen für Halbhöhlenbrüter und Höhlenbrüter sowie ein Futterkasten.
Für den Garten: von links Nistkästen für Halbhöhlenbrüter und Höhlenbrüter sowie ein Futterkasten. © Hanna Maiterth

Um Vögel und kleine Säugetiere zu schützen, ist der Bau und die Reinigung von Nistkästen wichtig. Ein Immenhäuser gibt Tipps.

Immenhausen – Fehlen natürliche Höhlen, sind Nistkästen wahre Goldgruben. Benötigt werden sie in der Tierwelt nicht nur im Sommer und nicht nur von den Vögeln für ihre Brut, erklärt Walter Kouril. Der 72-jährige Immenhäuser engagiert sich ehrenamtlich im Naturschutz beim Nabu und beim Naturpark Reinhardswald. „In der kalten Jahreszeit dienen Nistkästen zudem als Höhle zum Überwintern.“

Nicht nur Vögel auch kleine Säugetiere wie Siebenschläfer nisten sich bald ein. Genau deshalb sei es wichtig, vor der Winterruhe alte Nistkästen zu säubern und auszubessern sowie neue Kästen zu bauen und aufzuhängen. „Der November ist dafür der richtige Zeitpunkt“, sagt Kouril.

Nistkästen reinigen

Bestehende Nistkästen seien jetzt in der Regel leer und könnten daher gut gesäubert werden. Die Reinigung sei aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen siedelten sich Vogelflöhe, Milben und Zecken an. Kouril führt aus: „Die Vögel nisten sich zwar weiter ein, aber irgendwann fühlen sie sich unwohl.“ Auch der Nachwuchs könne dann unter dem Befall leiden. Wenn sich im Kasten außerdem ein Nest auf das andere stapele, böten die künstlichen Höhlen irgendwann keinen Schutz mehr. „Mit Harke und Schippe lassen sich die Nistkästen leicht säubern“, sagt Kouril, der als Schutz vor dem Staub einen Mundschutz empfiehlt.

Walter Kouril bietet immer wieder Termine für Kinder, Jugendliche und Familien an. Leona Karsten (11) aus Immenhausen (links) baut ein Futterhäuschen.
Walter Kouril bietet immer wieder Termine für Kinder, Jugendliche und Familien an. Leona Karsten (11) aus Immenhausen (links) baut ein Futterhäuschen. © Hanna Maiterth

Bei der Reinigung könne gleichzeitig überprüft werden, ob und wer sich über das Jahr in dem Nistkasten angesiedelt hat. So könne es durchaus vorkommen, dass ein Kasten mehrfach hintereinander als Nest benutzt wurde. Außerdem werde er nicht nur von Vögeln genutzt. Auch Hornissen- und Wespenstaaten schätzen die Kästen als Unterkunft. „Bleibt der Nistkasten leer, muss er nicht sofort umgehängt werden“, sagt der 72-Jährige. Manchmal sei Geduld gefragt. „Wenn er allerdings zwei Jahre am Stück nicht genutzt wurde, lohnt es sich, einen anderen Platz auszusuchen.“

Nistkästen bauen

Jetzt sei außerdem die Zeit gekommen, in der neue Nistkästen gebaut werden können, sagt Walter Kouril, der regelmäßig in Schulen und über den Naturpark entsprechende Angebote für Kinder und Jugendliche macht. Bei den Gelegenheiten vermittelt er den Teilnehmenden auch theoretisches Wissen über die heimischen Gartenvögel. Aus Holz lassen sich schnell Kästen zusammenzimmern. Wichtig sei dabei, die Kästen so zu bauen, dass sie zum Reinigen leicht geöffnet werden können und trotzdem so fest verschlossen sind, dass Räuber keine Chance haben sie zu öffnen.

Ein Dachvorsprung verhindert zudem, dass bei Regen Wasser hineinläuft. Ist der Kasten gebaut, empfiehlt Kouril ihn mit Leinöl einzulassen. Das ziehe schnell ein, sei umweltfreundlich und schütze den Nistkasten vor Wind und Wetter. Die Behandlung mit dem Öl empfiehlt Kouril jährlich.

Nistkästen aufhängen

Nicht jeder Ort ist geeignet für einen Nistkasten. Hängt er zu tief, werde er von den Vögeln gar nicht erst angeflogen, weiß der 72-Jährige. „Nistkästen müssen mindestens in zwei Metern Höhe, besser in drei bis vier Metern, aufgehangen werden.“

Das Einflugloch sollte zudem nach Südosten ausgerichtet werden und keinesfalls nach Westen zur Wetterseite oder in Richtung Süden zur prallen Sonne. (Hanna Maiterth)

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