Dorferneuerung in der Region

Potenzial im ländlichen Raum fördern - Immenhausen will Chance nutzen

Aus der Vogelperspektive: Die Stadt Immenhausen ist mit den Stadtteilen Mariendorf und Holzhausen in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden.
+
Aus der Vogelperspektive: Die Stadt Immenhausen ist mit den Stadtteilen Mariendorf und Holzhausen in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden. Auch der Stadtkern wird gefördert.

Lange hatte sich die Stadt Immenhausen bemüht, jetzt hat es endlich geklappt: Nach drei Bewerbungsversuchen wurde sie in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen.

Kreisteil Hofgeismar - In Immenhausen wurde die Aufnahme der Stadt mitsamt der zwei Stadtteile in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen mit Begeisterung registriert. Nun sind die Bürger und Ortsbeiräte aufgerufen, Vorschläge für umzusetzende Projekte einzubringen. Doch welche Voraussetzungen muss eine Kommune erfüllen, damit sie in das Förderprogramm aufgenommen wird und was wurde im Kreisteil schon durchgesetzt? Hier gibt es dazu Fragen und Antworten.

Welche Ziele verfolgt das Land Hessen mit dem Dorfentwicklungsprogramm?
Die Dörfer im ländlichen Raum sollen laut des Hessischen Umweltministeriums zu attraktiven und lebendigen Lebensräumen gestaltet werden. Zudem ist man gewillt, durch eine eigenständige Entwicklung die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale vor Ort zu mobiliseren. Dazu zählen unter anderem die Schaffung von ausreichenden Einkaufsmöglichkeiten und Treffpunkte für die Ortsgemeinschaft.
Wie funktioniert das Antragsverfahren?
Der Gemeinde-Vorstand oder der Magistrat sind für die Aufnahme antragsberechtigt. Der Antrag ist laut Hessischem Umweltministerium bei den beauftragten Landräten zu stellen. Die Unterlagen müssen eine Aufnahmebegründung enthalten, in Hinblick auf demografischen Wandel, Infrastruktur und Nahversorgung. Außerdem ist der Antragsbeschluss des Kommunalparlaments beizufügen und der Beschluss, dass „im Förderzeitraum keine konkurrierende Baugebietsausweisung erfolgen und gelangt werden.“
Welche Kommunen sind förderberechtigt?
Wie das Hessische Umweltministerium mitteilt, werden seit 2012 nur noch Gesamtkommunen mit allen Orts- und Stadtteilen in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen. Bei bis zu 2000 Einwohnern werden grundsätzlich nur Fördergebiete der Dorfentwicklung ausgewiesen. In Ortsteilen, in denen zwischen 2000 und 6000 Menschen leben, können sowohl die genannten Fördergebiete als auch Städteausbaufördergebiete ausgewiesen werden. Die Gebiete müssen laut Ministerium klar vorneinander getrennt sein.
Was sagt die Stadt Immenhausen dazu, dass sie endlich im Programm ist?
Bürgermeister Jörg Schützeberg und Bernd Horstmann vom Bauamt freuen sich über die Aufnahme. Auch deswegen, weil nicht nur die Stadtteile Mariendorf und Holzhausen davon profitieren werden, „sondern auch die Kernstadt“, so Schützeberg.
Gibt es schon konkrete Überlegungen, in welche Projekte Geld fließen soll?
Die Ortsvorsteher und die Bürger können Vorschläge für Projekte machen und dazu Konzepte erstellen. Das ist laut Kerstin Roth, Ortsvorsteherin von Holzhausen, nach den Sommerferien vorgesehen: „Aufgrund von Corona überlegen wir derzeit, wie wir das am besten angehen.“ Eine Verschönerung rund um das Bürgerhaus hätte man schon im Kopf, damit dort eine Belebung stattfindet. „Wichtig ist, Holzhausen weiter für die Zukunft aufzustellen“, sagt Roth und deutet damit auch auf eine Errichtung einer neuen Kindertagesstätte hin. Alle Stadtteile sollen laut Bürgermeister Schützeberg gleich behandelt und auf ein hohes Niveau gebracht werden.
Auch andere Kommunen waren im Dorfentwicklungsprogramm. Wo hat die Unterstützung dort gegriffen?
Ein Beispiel aus Trendelburg-Langenthal: Hier wurde mit der Förderung und anderen Programmen die umfangreiche Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) angegangen. Funktional und modern sollte es werden, da dort regelmäßig Feiern, Musikproben und Kurse veranstaltet werden. Mittlerweile hat das DGH ein neues Dach, behindertengerechte Sanitäranlagen und eine neue Küche. Zudem wurde es energetisch saniert, das Obergeschoss zurückgebaut und eine neue Heizungsanlage installiert.
Das Dorfgemeinschaftshaus in Trendelburg-Langenthal vor der Sanierung (2015).
Das Dorfgemeinschaftshaus nach dem Umbau und in heutigem Zustand.

Immenhausen ist dabei

Laut Hessischen Umweltministerium wurden 18 neue Förderschwerpunkte in ganz Hessen festgelegt, pro Landkreis dürfen es maximal zwei sein. Im Landkreis Kassel sind es Immenhausen und Wolfhagen – Letzteres allerdings ohne Kernstadt. Weshalb Immenhausen mit seinen Stadtteilen ausgewählt wurde, begründet das Ministerium auf unsere Anfrage wie folgt: „Bei der Auswahl der Kommunen werden lokale Gegebenheiten wie Bevölkerungsentwicklung und Grundversorgung sowie die im Rahmen der Bewerbung aufgezeigten Entwicklungspotenziale herangezogen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.