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Schlagerstar Peter Orloff kommt mit seinem Schwarzmeer-Kosakenchor nach Immenhausen

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Von: Clara Veiga Pinto

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Peter Orloff und der Schwarzmeer-Kosakenchor sind am 25. Juni zu Gast in der St-Georg Kirche in Immenhausen. Nach langer Coronapause tourt der Chor wieder durch Deutschland.
Peter Orloff und der Schwarzmeer-Kosakenchor sind am 25. Juni zu Gast in der St-Georg Kirche in Immenhausen. Nach langer Coronapause tourt der Chor wieder durch Deutschland. © Klaus Manns

Der Schlagersänger und TV-Star Peter Orloff gibt ein Konzert mit seinem Schwarzmeer-Kosakenchor in Immenhausen. Im Interview spricht er über seine Karriere.

Immenhausen – Besondere Gäste darf die Evangelische Kirche St. Georg in Immenhausen begrüßen. Der Schlagersänger und TV-Star Peter Orloff gibt ein Konzert mit seinem Schwarzmeer-Kosakenchor. Nach zwei Jahren ohne Konzerte tourt der bekannte Chor wieder durch Deutschland und macht am 25. Juni Halt in Immenhausen.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine wollten die ukrainischen und russischen Sänger „mit dem Konzert ein Zeichen der Versöhnung setzen“, sagte Bernd Brencher. Der Immenhäuser organisiert die Konzerte der Kirchengemeinde. Wir sprachen mit Peter Orloff über seinen Chor und wie es ist, wieder auftreten zu könen.

Herr Orloff, in Ihrem Chor singen Ukrainer und Russen zusammen. Gibt es zwischen ihnen aktuell Spannungen?

In unserem Chor konzertieren schon immer hochkarätige Künstler aus Russland und der Ukraine in herzlichem Einvernehmen. In diesen Zeiten ein Zeichen der Hoffnung – Musik verbindet!

Einer Ihrer Sänger von der Kiewer Oper ist kürzlich nach Kiew gereist, um seinem Land zu dienen. Stehen Sie mit ihm in Kontakt?

Ja. Wir stehen mit ihm in herzlichem Kontakt und beten für ihn. Wir telefonieren und kommunizieren in kurzen Zeitabständen mit ihm, um sicherzugehen, dass es ihm gut geht und hoffen, dass er bald wieder bei uns sein kann. Ungeachtet der kritischen Lage finden auch Konzerte statt, bei denen er mitwirkt.

Zum Schutz seiner Person veröffentlichen wir keine näheren Informationen zu seinem Standort und seinem Wirken in der Ukraine.

Wie viele Mitglieder hat der Schwarzmeer Kosakenchor?

Normalerweise stehen wir mit zwölf bis dreizehn Mann auf der Bühne. Aktuell sind wir neun bis zehn hochqualifizierte Musiker.

Manche Menschen denken, Kosakenchöre seien altmodisch. Stimmt das?

Der Schwarzmeer-Kosakenchor ist voll im aktuellen Zeitgeschehen. Natürlich ist unsere Musik traditionell, aber auch aktuell. 2019 waren wir mit der CD „Teure Heimat“ auf Platz zwei der offiziellen deutschen Verkaufscharts der GfK / Volkstümliche Musik und mehrere Wochen in 2019 und 2020 in der absoluten Königsklasse, den Top 100 Album Charts. Das heißt, wir erreichen mit unserer Musik eine sehr große Anzahl an Menschen. Altmodisch und verstaubt ist unsere Musik wahrlich nicht.

Welche Zuschauer kommen zu ihren Konzerten mit dem Schwarzmeer-Kosakenhor?

Wir erreichen Zuschauer jeden Alters und jeder Herkunft. Wir sind offen für alle. Ich finde, dass es nicht entscheidend ist, wie alt man ist, sondern was man empfindet, wenn wir unsere Konzerte geben.

Durch ihre Teilnahme bei der TV-Sendung Dschungelcamp haben Sie bestimmt auch viele junge Menschen auf sich aufmerksam gemacht.

Ja. Viele junge Fans sind dazugekommen, immerhin bin ich ja Dschungelprinz geworden. Aber auch die Älteren sprechen mich in unseren Konzerten noch ständig darauf an. Der Dschungel ist Teil meiner Geschichte geworden. Für unseren Chor war das Jahr 2019, nach der Dschungelcamp-Teilnahme, das erfolgreichste Jahr der Neuzeit. Und dann, am 8. März 2020, hat uns die Corona-Pandemie von einem Tag auf den andern total ausgebremst.

Wie haben Sie die Zeit ohne Konzerte überstanden?

Anfangs hatte ich schon Entzugserscheinungen. Schließlich stehen wir mit dem Schwarzmeer Kosaken-Chor normalerweise 150 bis 180 Mal im Jahr auf der Bühne. 2020 und 2021 sind wir unvergleichlich wenig aufgetreten. Seitdem hat sich einiges verändert: Heute muss man darauf achten, welche Coronaregeln gelten und prüfen, wie und welches Konzert überhaupt stattfinden kann. Während der Pandemie hatten wir so viele Schwierigkeiten wie noch nie.

Mussten Sie sich dann an den Konzertalltag erst wieder gewöhnen?

Nein. In den Konzertalltag kommt man schnell wieder rein. Ich habe den Eindruck, wir nehmen die Konzerte aber noch intensiver wahr. Aber für mich galt schon immer: Jedes Konzert, egal wie viele Zuschauer gekommen sind, ist wichtig. Es gibt keine kleinen Konzerte. Nur kleine Künstler, die nicht jedes Konzert als etwas Besonderes empfinden.

Herr Orloff, Sie waren mit 14 Jahren der jüngste Sänger aller Kosakenchöre weltweit. Wie war das für Sie?

Ich habe diese Zeit als sehr beeindruckend wahrgenommen. Ich hatte mit diesem Erfolg nicht gerechnet, obwohl ich es mir immer erträumt hatte. Ich habe mich damals von ganz unten hocharbeiten müssen, obwohl mein Vater der Leiter des Schwarzmeer-Kosakenchores war.

Sie sind nicht nur Leiter des Schwarzmeer-Kosakenchores, sondern auch Schlagerstar. Wie passt das zusammen?

Die Musikrichtungen haben einige Gemeinsamkeiten: Beide erreichen viele Menschen. Beide sprechen Emotionen an und übermitteln Gefühle. Und in beiden Bereichen muss man musikalisch sein. Ich finde, dass diese beiden Richtungen nicht wirklich weit voneinander entfernt sind, wenn man sie ernsthaft betreibt. Diese Kombination liegt mir und ist sicher besonders. Und immer das, was ich gerade mache, mache ich dann am liebsten – sei es Schlager oder Schwarzmeer-Kosaken-Chor. Ich freue mich sehr auf unser Konzert in Immenhausen.

Zur Person

Peter Orloff (78) wurde in Lemgo geboren. Er ist Schlagersänger, Komponist, Textdichter, Musikproduzent und Schauspieler. Seine Mutter war Deutsche, sein Vater Russe. Seit 1993 ist Orloff Gesamtleiter des Schwarzmeer-Kosakenchores, den sein Vater in den 1930er-Jahren mitbegründet hatte.

Während seiner Schlagerkarriere stand er 16 Mal in den Charts und bekam mehrere goldene Schallplatten. 2019 war er Kandidat der 13. Staffel der Sendung Dschungelcamp. Peter Orloff belegte den dritten Platz und erhielt die Auszeichnung „Dschungelkönig der Herzen“.

Hier gibt es Karten zu kaufen

Der Vorverkauf für das Konzert am 25. Juni um 19 Uhr hat begonnen. Karten gibt es in Immenhausen im Salon Arend, Obere Bahnhofstr. 3, bei Sicherheitstechnik Dellith, Obere Bahnhofstr. 29, sowie im Gemeindebüro der Evangelischen Kirche, Kampweg 17. In Hofgeismar werden Karten im Bücherstapel, Mühlenstraße 10, verkauft, in Vellmar im Büchereck am Rathausplatz. Die Karten kosten im Vorverkauf 26,50 Euro, an der Abendkasse 28,50 Euro. Das Konzert findet unter den aktuellen Corona-Bedingungen statt. 

(Clara Pinto)

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