Interview

SPD-Kandidat Rittner: „Immenhausen darf kein Experiment werden“

Tritt für die SPD an: André Rittner will die Politik der Sozialdemokraten mit neuen Akzenten fortsetzen. Foto: Gehlen

Immenhausen. Ein neuer Bürgermeister wird in Immenhausen am 5. Juli gewählt. Wir stellen die Kandidaten und ihr Programm in drei Interviews vor. Nun geht es mit André Rittner (SPD) weiter.

Herr Rittner, Sie sind lange in der Politik und haben die stärkste Partei hinter sich. Man kann Sie als Favorit bezeichnen. Trotzdem nutzt die SPD im Wahlkampf alle Mittel: Es gibt kaum ein Pressefoto oder einen Pressetext, wo Sie nicht auftauchen. Traut die SPD Ihnen den Sieg nicht zu? 

Rittner: Nein, ich habe eine super Partei, die zu 100 Prozent hinter mir steht. Es zeigt nur, dass ich ehrgeizig und engagiert bin. Viele Wahlkampfaktionen mache ich selber und werde aber von einem guten Team unterstützt. Zum Teil ist es auch subjektives Empfinden: Ich war vorher oft in der Zeitung, aber jetzt wo ich Kandidat bin, wollen die Menschen, dass ich vorne auf dem Foto bin, man nimmt mich mehr wahr.

Ihr Konkurrent Malte Fehling sagt, es ist angesichts von 13 Millionen Schulden Zeit für einen Bürgermeister, der nicht aus der SPD kommt. 

Rittner: Wir haben Immenhausen nach vorn gebracht: Kläranlagen und Kanalbau sind auf einem Topstand. Wir haben die Innenstadt neu gemacht, den Kreisel gebaut und vieles mehr. Und wir haben ein Hallen- und Freibad, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Es wurde viel gemacht, das hat die Pro-Kopf-Verschuldung nach oben getrieben. Hätten wir das nicht gemacht, sähe es in Immenhausen schlecht aus.

Was ist Ihr wichtigstes politisches Projekt? 

Rittner: Die Menschen in Immenhausen. Ich möchte das Ehrenamt mehr stützen, belobigen und belohnen, erreichen, dass die Immenhäuser mehr gemeinsam machen. Durch das Vereinskuratorium können wir erreichen, dass die drei Stadtteile zusammenwachsen.

Was haben Ehrenamtliche von einem Bürgermeister Rittner denn zu erwarten? 

Rittner: Ich werde zuhören und mich um Probleme kümmern. Dazu möchte ich als Bürgermeister Vorsitzender des Vereinskuratoriums bleiben. Ich möchte die Vereine finanziell entlasten und ein Belobigungs- und Belohnungssystem für Ehrenamtliche einführen. Bei Vereinsjubiläen muss es beispielsweise möglich sein, einen kleinen Geldgruß zu überreichen.

Immenhausen braucht mehr Einnahmen. Wo soll neues Geld herkommen? 

Rittner: Wenn man einen Gehweg herrichten will, gibt es Leute, die machen das ehrenamtlich, wenn die Stadt das Material zur Verfügung stellt. Auf diesen Faktor will ich setzen. Aber wir müssen auch die Einnahmen verbessern, Steuererhöhung ist immer das letzte Mittel. Stattdessen haben wir die Möglichkeit, eine Windkraftanlage zu bauen, wenn die Bürger dies mehrheitlich wollen: Die muss allen Bürgern dienen - wir werden ja alle die Belastung tragen. So eine Windkraftanlage hat sich nach acht Jahren amortisiert, nach 16 Jahren hätten wir 4,5 Millionen Einnahmen. Andere Themen wären Tiefenbohrungen für Nahwärme oder ein Ausbau der Photovoltaik.

Alle Kandidaten wollen die Innenstadt neu beleben. Wie lautet Ihr Konzept? 

Rittner: Die Situation entspannt sich gerade: Der City-Markt wird voraussichtlich nicht schließen. Was das komplette Areal von der Eisdiele bis zum Eckgebäude betrifft: Das muss man aktiv angehen. Wir werden die Hessische Landgesellschaft mit einer Wirtschaftlichkeitsrechnung beauftragen. Dann muss der Bürgermeister bei Investoren und Marktbetreibern hausieren gehen. Man könnte Teile des Areals abreißen, neu beplanen. Barrierefreie Citywohnungen könnten entstehen, die durch Mieteinnahmen Ladenflächen mitfinanzieren.

Wenn es eine Stichwahl gibt, mit welchem Konkurrenten rechnen Sie? 

Rittner: Ich kann Jörg Schützeberg gut leiden, aber es wäre ein Rückschritt, wenn er das Amt bekommen würde. Wenn es zur Stichwahl kommt, wünsche ich mir Malte Fehling, weil er politisch mehr drauf hat. Es wäre gerechter, wenn die Wähler nicht nur nach Bauch entscheiden, sondern Immenhausen in fachlich kompetente Hände geben. Immenhausen darf kein Experiment werden.

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