Umweltschützer kritisieren Freisetzung von Plastik

Sportplätze: Immenhausen will Kunstrasen statt Asche

Die Immenhäuser Fußballer freuen sich auf einen neuen Sportplatz. Der soll den alten Aschenplatz im Bernhard-Vocke-Sportzentrum ersetzen. Der neue Platz soll einen Belag aus Kunstrasen erhalten.

Doch Umweltschützer sehen in dem Plastikgras eine Belastung für die Umwelt. Darüber, dass bei der Benutzung solcher Plätze, Plastikpartikel frei gesetzt werden und mit den Niederschlägen in Kanalisation und Gewässer gelangen, gibt es keinen Zweifel. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik zählen Kunstrasenplätze zu den fünf größten Quellen für den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt. Deutschlandweit würden 8000 Tonnen Plastikteile jährlich abgetragen.

Zu einer unmittelbaren Gesundheitsgefahr können Plätze werden, die mit Gummigranulat aus Altreifen befüllt werden. Das Füllmaterial wird aufgebracht, um die Halme zu stützen und eine Dämpfungswirkung zu erzielen. Weil in solchem Granulat krebserregende PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten sind, ist der Kontakt mit solchem Material nicht ohne gesundheitliches Risiko. Zudem gelangen die Gummikörner durch Wind und Wetter und ebenso über Schuhe und Kleidung der Sportler in die Umwelt.

Doch in Immenhausen soll voraussichtlich Quarzsand als Füllmaterial verwendet werden, sagt Christian Reiser, Vorsitzender der TSV Immenhausen. „Aus Kostengründen und weil man sich schon Gedanken wegen der Umweltproblematik macht.“

Beim hessischen Innenministerium, das den Immenhäuser Platz mit 110 000 Euro fördern will, sieht man indes kein Problem. „Dem Ministerium liegen keine belastbaren Erkenntnisse vor, die eine Umweltbelastung von Kunstrasenplätzen bestätigen“, lautet die lapidare Antwort auf HNA-Anfrage. 

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