Ehemalige Mitarbeiter des Bereichs Kessel- und Anlagenbau

Treffen nach 20 Jahren: Henschel-Dampfmacher unter sich

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Schwelgen in Erinnerungen: Die ehemaligen Henschelaner Jürgen Siemon (links) und Manfred Guth. 

Holzhausen. Sie waren es, die bei Thyssen Henschel Dampf gemacht haben, die Mitarbeiter aus dem Bereich Kessel- und Anlagenbau. Nach 20 Jahren trafen sich 30 ehemalige Henschelaner im „Alten Forsthaus“ in Holzhausen.

Dort ließen sie gemeinsam vergangene Zeiten aufleben.

Organisiert hatte die Zusammenkunft Wilfried Partaska, der bis Ende der 1990er-Jahre Bereichsleiter im Kesselbau war: „2800 Jahre Henschel haben wir hier heute zusammengeführt“, feixte der 76-jährige Vellmarer und meinte damit das Alter der Teilnehmer in Summe. Dampf sei, was Henschel anbelange so etwas wie das ureigenste Produkt, schließlich hätte vor gut 200 Jahren einmal alles mit der Dampflok angefangen. Doch wo kam der Dampf der Kasseler Kessel eigentlich zum Einsatz? „In Brauer- und Wäscherein, in der Wurstherstellung, bei der Holzverarbeitung oder um ganze Siedlungen zu heizen“, erklärte Partaska., „10.000 und mehr davon haben wir produziert und an die ganze Welt verkauft.“

Mitarbeiter aus verschiedensten Bereichen, wie der der Entwicklung, Konstruktion, dem Einkauf oder Service waren bei dem Treffen dabei: „Es war eine super Zeit - wir mussten viel leisten, durften aber selbstständig arbeiten und das war gut“, bemerkte Heinrich Köster, der als Monteuer die ganze Welt bereist hat: „China, Saudi Arabien, Syrien oder Nigeria - wir waren überall.“ Allerdings war es damals ein anderes Arbeiten als heute: „Bis man von Afrika nach Kassel telefonieren konnte, dauerte das schon mal vier Stunden - wertvolle Zeit, die wir aufholen mussten.“ Durch seine Monteurstätigkeit kam der Kasseler einmal auch einem herrlichen Urlaub am Kap in Südafrika: „Das Schiff hatte acht Tage Verspätung und ich konnte nicht zurück - unsere Auftraggeber hatten mir damals die Zeit mit Ausflügen versüßt.“

Treffen nach zwei Jahrzehnten: Dreißig ehemalige Mitarbeiter des Kessel- und Anlagenbaus von Thyssen Henschel trafen sich nach mehr als 20 Jahren wieder.

Natürlich gab es auch viele Einsätze, wo enormer Zeitdruck herrschte: „Um die Kessel schnell wieder zum Laufen zu bringen, sind wir bei 60 Grad rein gegangen, haben nicht gewartet bis sie abgekühlt waren“, erinnert sich Otto Figge aus Kassel. Auch der Hann-Mündener Günter Isenborg erinnert sich gerne an seine Zeit bei Thyssen Henschel zurück: „Besonders schön war der Moment, wenn man tagelang am Schalterschrank arbeitete, dann einen Knopf drückte und das ganze Ding lief wieder.“ Natürlich blieb den Mitarbeitern auch der Abstieg ihres Bereiches nicht verborgen. Nach der Wende hätte es nochmal einen Boom gegeben, doch dann habe es sich nach und nach das Ende deutlich abgezeichnet, so Isenburg, bedenke man, dass sie in guten Zeiten 500 Kessel pro Jahr produziert hätten, sei das eine traurige Entwicklung. Da die 30 Henschelaner allesamt die Zusammenkunft sehr genossen hatten, soll es in einigen Jahren eine weitere geben - wahrscheinlich zur Dampfmacher-Silberhochzeit.

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