Bürgermeisterwahl Immenhausen

Ute Krug (FL): Sie kennt die Arbeit im Rathaus aus erster Hand

Ute Krug und Ehemann Karsten mit ihren Australian-Shepherd-Hunden beim Spaziergang am Ortsrand ihres Wohnortes Holzhausen.
+
Ute Krug und Ehemann Karsten mit ihren Australian-Shepherd-Hunden beim Spaziergang am Ortsrand ihres Wohnortes Holzhausen.

Früher hat Ute Krug „gern im Hintergrund gearbeitet“, wie sie sagt. Heute steht sie vorn: Die 52-Jährige aus Holzhausen möchte Bürgermeisterin in Immenhausen werden.

Immenhausen – Mitte Juni hatte die Freie Liste sie als Kandidatin für das Amt nominiert. Am Sonntag, 26. September, wird der Nachfolger von Jörg Schützeberg in Immenhausen gewählt.

Zur Freien Liste (FL) kam sie 2011, als sich in Immenhausen die Fronten in der Kommunalpolitik wegen des Kindergartens in Holzhausen verhärteten. „Man müsste eine Wählergemeinschaft gründen“, hatte sie damals gedacht. Andere setzten den Gedanken in die Tat um. Krug stieß zur FL, engagierte sich und wurde sofort in den Magistrat gewählt.

Durch ihre Arbeit im Dienstleistungszentrum des Landes Niedersachsen kannte sie sich mit Vergabe- und Verwaltungsrecht aus – aus FL-Sicht gute Voraussetzungen für eine Stadträtin.

Seit 2016 stellvertretende Bürgermeisterin

Fünf Jahre später wurde sie erstmals zur stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt, im Frühjahr erneut. Dadurch kennt sie die Arbeit im Rathaus Immenhausen aus erster Hand.

„Ich bin kein Parteibuch-Mensch, ich suche nach Konsens und Ausgleich“, sagt Krug über sich. So schätzt sie, dass es bei der Freien Liste keinen Fraktionszwang gibt. Für sie sind „fraktionsübergreifende Zusammenarbeit und sachbezogene Politik“ wichtig. Das würde auch gelten, wenn sie am 26. September zur ersten Bürgermeisterin im Kreisteil Hofgeismar gewählt würde.

Dabei weiß sie: „Bürgermeister für alle kann man nie sein. Man tritt immer jemandem auf die Füße.“ Von Bürgermeister Fred Dettmar habe sie einen wichtigen Rat bekommen: „Kümmere Dich und erklär´ das!“ Den habe sie beherzigt. Das habe vielleicht dazu beigetragen, dass sie in ihrer kommunalpolitischen Arbeit noch nicht angefeindet worden sei.

Das Bürgermeister-Amt sei keine „One-Man-Show“ (Ein-Mann-Schau). Man brauche ein gutes Team – und das stehe im Rathaus bereit. Dabei würde sie auch Bürger und Gremien einbinden. Immenhausen habe mit seiner Infrastruktur eine gute Ausgangsposition.

Nach der Corona-Pandemie müsse man genau gucken, wie die Infrastruktur erhalten werden könne, ohne Steuern zu erhöhen. Wichtig sei es, neue Einnahmequellen zu erschließen, durch Ansiedlung von Familien und neuen Betrieben. Eins ist Ute Krug und ihrer Familie wichtig: Sie war an Krebs erkrankt und sie ist geheilt. „Ich bin fit“, sagt die Kandidatin, wenn die Rede auf ihre Erkrankung kommt. Der Krebs hat in den vergangenen Jahren ihr Leben geprägt.

„Auf das Wichtigste konzentrieren“

„Man lernt, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren.“ Als sie von ihrer Erkrankung erfuhr – kurz nach der Wahl zur Ersten Stadträtin –, konnte sie sich auf Familie, Freunde und Nachbarn stützen. Die hätten ihr geholfen, die Krankheit zu besiegen. In dieser Zeit hat Ute Krug eine Erfahrung gemacht: „Keiner weiß, was morgen ist. Es lohnt sich nicht, sich darüber Gedanken zu machen.“ Stattdessen sollte man jetzt seine Träume verwirklichen.

Diese Lebenseinstellung habe dazu beigetragen, für das Bürgermeister-Amt zu kandidieren. Mit dieser Einstellung will sie auch anderen Krebs-Patienten helfen, ihre schwere Krankheit zu bewältigen. (Bernd Schünemann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.