Kandidat Schützeberg: "Guter Trainer bringt Team zum Sieg"

Frei von Parteizwängen: Jörg Schützeberg will als unabhängiger Bürgermeister pragmatisch handeln und auf die Menschen zugehen. Foto: Thiele

Immenhausen. Ein neuer Bürgermeister in Immenhausen wird am Sonntag, 5. Juli, gewählt. Wir stellen die Kandidaten in drei Interviews vor. Den Abschluss macht Jörg Schützeberg.

Herr Schützeberg, Ihre Konkurrenten sind bekannt und haben auch Wahlkämpfe hinter sich: André Rittner (SPD) als Vertreter des Bürgermeisters, Malte Fehling als Stadtverordneter. Was ist bei Ihnen anders? 

Schützeberg: Ich habe keine Berührungsängste, lerne schnell und habe gute Menschenkenntnis. Politik ist keine Zauberei, und sie betrifft nicht nur die im Rathaus. Ich unterliege keinem Fraktionszwang und es gibt mit mir keine Klüngelei. Ich kann die Dinge endlich mal aus unabhängiger Position und aus Sicht der Bürger und der freien Wirtschaft betrachten und mal die Bettdecke anheben.

Was qualifiziert Sie für den Job des Verwaltungschefs? 

Schützeberg: Ich habe meine Firma von Null aufgebaut und alles gemacht: Einkauf, Steuern, Organisation, Finanzen, wie ein Haushalt. Dazu kommt Menschenführung und -kenntnis. Manche Firmenchefs fragen mich, was an der Front los ist, weil ich mich da auskenne. Das wissen manche Vorstände nicht. Im Rathaus wird ein neuer Geschäftsführer gesucht, die Mannschaft selbst steht ja, das sind gute Leute. Ein guter Trainer bringt das Team zum WM-Sieg.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden geht es Immenhausen gut. Warum soll die SPD nicht weiterregieren? 

Schützeberg: Ich komme mit der SPD gut zurecht, auch mit CDU und Freier Liste. Es ist nicht gut, wenn eine Idee abgelehnt wird, ein Jahr liegengelassen und dann als eigene Idee verkauft wird. Eine Mehrheit zu erreichen, ist nicht so schwer. Das bewegt die Immenhäuser, das ist überall im Gespräch.

Was ist für Sie das wichtigste politische Projekt? 

Schützeberg: Die Belebung der Innenstadt mit Erhalt des CityMarkts und die Anbindung Holzhausens. Es gibt zwar noch einen guten Metzger und Bäcker und Arzt, aber für andere Einkäufe fahren die Leute auch schon nach Rothwesten. Ohne Auto geht fast nichts. Deshalb ist es wichtig, gute Läden vor Ort zu erhalten und zu stärken. Mit mehr Umsatz kommt vielleicht auch wieder ein Geldautomat.

Die Geschäfte in der Innenstadt bluten seit Jahren aus. Sehen Sie ein Ende des Abwärtstrends oder welche Ideen würden Sie noch umsetzen, das Zentrum wieder zu beleben? 

Schützeberg: Der Einkauf übers Internet ist ein Trend. Aber Bratwurst, Tasse Kaffee und Glas Wein kamen noch nie aus dem Computer. Das Erleben ist wichtig. In Immenhausen fehlt ein Café mit Kuchenverkauf, ein Internetcafé wäre gut und ein Treffpunkt für Elf- bis 15-Jährige. Das Café Kraftstoff läuft gut, Siggis Treff und der Ratskeller. Es ist wichtig, gute Gastronomie zu erhalten, das belebt unheimlich. Man muss den Bedarf erkennen und richtig umsetzen. Der Gewerbeverein fehlt. Die Menschen möchten was zum Anfassen habe, deshalb wäre eine Kontakt- und Vermittlungsstelle für Handwerk und Gewerbe gut, vielleicht in einem Laden, um Leben reinzubringen.

Immenhausen braucht mehr Geld. Woher soll es kommen? 

Schützeberg: Gewerbeausbau ist ein leichtes Schlagwort. Besser aber durch schnellere Wohngrundstücksverkäufe. Ladenhüter weit von der Innenstadt müssen billiger verkauft werden, statt für 75 Euro wie am Frettholz auch für 65 oder 55 Euro, sonst bleiben die Kunden weg und gehen in andere Orte.

Manche Gemeinden wollen durch Teilfusionen ihrer Verwaltungen Geld sparen. Immenhausens Bauhof kooperiert schon lange mit Espenau. Gibt es weitere Möglichkeiten? 

Schützeberg: Man muss am Material sparen, nicht an den Menschen. Arbeitsverdichtung bringt Stress und Burnout. Ein Lkw muss immer ausgebucht sein, damit er sich rentiert. So könnte man auch den Immenhäuser Bus durch einen Bürgerbus mit Espenau ersetzen, der auf Anfrage fährt. Da kann man von der Wirtschaft lernen. 

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