Feuer im Reinhardswald 

Waldbrand bei Immenhausen: Polizei vermutet Brandstiftung

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Nach dem Waldbrand: Auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern brannte Unterholz in der Nacht zum Dienstag.

Immenhausen. Die Kripobeamten des für Brände zuständigen K 11 der Kasseler Kripo gehen davon aus, dass die Ursache für den Brand im Reinhardswald zwischen Immenhausen und Hann. Münden Brandstiftung war.

Das haben die bisherigen Ermittlungen ergeben, teilte Polizeisprecher Torsten Werner mit. Es sei jedoch noch nicht klar, ob es sich um vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung handele. Eine andere Schlussfolgerung komme wegen fehlender technischer Zündquellen nicht in Betracht. Auch liegen keine Hinweise zu einer möglichen Selbstentzündung vor.

Die Ermittler bitten nun Zeugen, die verdächtige Beobachtungen am Brandort gemacht haben und Hinweise geben können, sich unter 0561/9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel zu melden.

Rund 3000 Quadratmeter Wald, etwa die Fläche eines halben Fußballfeldes, brannten.

In der Nacht zum Dienstag sorgte das Feuer für einen Großeinsatz von mehreren Feuerwehren. Über 200 Feuerwehrleute aus Immenhausen, Calden, Hann. Münden, Espenau-Ahnatal, Wolfhagen und Kaufungen kämpften bis zum nächsten Morgen gegen den Brand an. Unterholz auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern – die Größe eines halben Fußballplatzes – brannte. Ein 49-Jähriger aus Fuldatal hatte die Flammenentwicklung am Mündener Stock entdeckt und die Feuerwehr alarmiert.

Den Brandermittlern war es bislang nicht möglich, die genaue Brandausbruchsstelle zu lokalisieren, da es verschiedene Brandbereiche gibt. Funkenflug löste vermutlich die weiteren Brandstellen aus.

Das Feuer brannte vor allem im Unterholz und griff nicht auf die Bäume über. Sonst hätte sich der Brand vermutlich weiter ausgebreitet.

500 bis 600 Kubikmeter Wasser – gut der vierfache Jahresbedarf eines Vier-Personenhaushalts – waren nötig, um den Brand im Reinhardswald zu löschen. Das sagte gestern Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Höhe des Schadens ist noch nicht klar. Er ist in der Regel bei derartigen Bränden im Wald eher gering.

Gerade bei Waldbränden sei viel Wasser nötig, damit es die Glutnester unter der Oberfläche erreiche. Zudem müsse vorsorglich die umliegende Fläche vor einem Übergreifen geschützt werden. Wichtig sei, dass das Wasser ins Erdreich eindringe. Gerade bei Trockenheit sei das nicht einfach. Nach Rücksprache mit dem Forstamt Reinhardshagen seien dem Löschwasser deshalb teilweise Zusatzstoffen zugesetzt worden, um es weicher zu machen.

So sieht es nach dem Waldbrand im Reinhardswald aus

Waldbrand zwischen Immenhausen und Hann. Münden

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