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Was passiert mit dem Frischmarkt in Immenhausen?

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Von: Bernd Schünemann

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Patrizia Fiume und Thomas Fiume-Otto vor ihrem Frischmarkt in Immenhausen.
Patrizia Fiume und Thomas Fiume-Otto vor ihrem Frischmarkt in Immenhausen. Sie hoffen, dass der Markt erhalten werden kann. Dafür sind aber größere Einkäufe der Immenhäuser Kunden notwendig. © Bernd Schünemann

Immenhausen hat in der Altstadt einen kleinen Supermarkt, um den sie andere Orte beneiden. Doch sieht es für den Markt nicht gut aus.

Immenhausen - Für viele Bewohner ist der Frischmarkt Anlaufstelle für den täglichen Einkauf. Im Schnitt kämen täglich 300 Kunden, sagen Patrizia Fiume und Thomas Fiume-Otto . Allerdings sei die Durchschnittssumme pro Kassenbon zu gering, damit sich der Markt rechne. Es fehlten einfach regelmäßige größere Einkäufe. Deswegen müssten sie jetzt über eine Schließung nachdenken, sagen die Fiumes.

Nachdem sie den Markt im August 2020 eröffnet hatten, sei es besser gelaufen. Dann habe sich der Umsatz eingependelt – zu niedrig für einen rentablen Betrieb. Bis Sommer wollen sie sich Zeit lassen und die Entwicklung beobachten. Dann müssten sie eine Entscheidung treffen, denn „jetzt legen wir drauf“, sagt Patrizia Fiume ganz klar.

Regionale Produkte im Angebot

Auf verschiedenen Wegen hätten sie versucht, mehr Kunden und Umsatz zu gewinnen – bis jetzt erfolglos. Der Frischmarkt habe regionale Produkte im Angebot. Sie reagierten auf Nachfragen und Anregungen ihrer Kunden. So wurde Babynahrung ins Sortiment aufgenommen. Die Öffnungszeiten wurden erweitert. Und es gebe eine Post-Filiale, die Laufkundschaft bringt.

Unterstützung vermisst

Fiumes vermissen die Unterstützung, die in Wahlkämpfen zur Stärkung der Innenstadt angekündigt worden seien. So kauften nur wenige Kommunalpolitiker bei ihnen ein, sagen beide.

Gerade für ältere Menschen würde es einen gravierenden Einschnitt bedeuten, wenn der Markt geschlossen werden müsste. Dann würde der Weg zum Einkauf deutlich länger. Außerdem fiele ein Treffpunkt weg, an dem sich die Senioren unterhalten könnten. Auch deswegen hoffen die Fiumes, den Markt erhalten zu können.

Für neue Ideen offen

Sie sind für neue Ideen offen. So können sie sich den gemeinsamen Betrieb mit einem Bauernladen vorstellen. Unklar ist, was mit der beliebten Eisdiele passiert, wenn sie den Laden schließen müssten.

Bürgermeister Lars Obermann hebt die Bedeutung des Geschäfts hervor: „Der Frischmarkt ist für die Belebung der Innenstadt wichtig. Ich kann alle Immenhäuser nur dazu aufrufen, verstärkt im Frischmarkt einzukaufen. Es ist fünf vor zwölf.“

Schwierige Lage

Es sei von Anfang an schwierig gewesen, den Laden aufgrund seiner Größe, Lage und des Alters des Gebäudes wirtschaftlich zu betreiben. Doch die Eheleute Fiume-Otto seien mit viel Begeisterung und Engagement an die Aufgabe herangegangen. „Sie haben aus meiner Sicht den Laden deutlich aufgewertet“ ergänzte Obermann. Doch leider hätten die Immenhäuser dieses Angebot nicht so angenommen, wie es nötig wäre. Die Möglichkeiten der Stadt seien begrenzt, bedauerte er und ergänzte: „Wir haben die Eheleute Fiume-Otto in vielfältiger Weise unterstützt.“

Unabhängig vom Frischmarkt müsse er den Bau von Wohnungen in dem Anwesen weiter verfolgen, sagte Fiume-Otto. Das sei notwendig, um den Kauf des Anwesens finanzieren zu können. Dafür brauche er die angrenzenden städtischen Flächen im Entenloch. Aus dem Verkauf der Wohnungen müsse er der Kaufpreis für den Markt erwirtschaften, erklärte Thomas Fiume-Otto. (Bernd Schünemann)

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