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Werner Wiegand im Alter von 96 Jahren verstorben

Werner Wiegand
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Werner Wiegand (Archivfoto)

Die Stadt Immenhausen hat eine Persönlichkeit verloren, die ihre Geschicke maßgeblich mit geprägt hat: Im Alter von 96 Jahren ist Werner Wiegand verstorben.

Immenhausen - Sein berufliches, politisches und soziales Engagement, sein historisches Werk sowie sein Umgang mit Menschen ließen ihm höchste Wertschätzung zuteilwerden, sagte Lars Obermann, Leiter der Finanzabteilung.

Als Schulleiter nach Immenhausen

Werner Wiegand war 1963 als Schulleiter nach Immenhausen gekommen. Die Weiterentwicklung der Volksschule mit Realschulzweig und der Bau der Mittelpunktschule (der späteren Gesamtschule) sind eng mit seinem Namen verbunden. 1984 war Wiegand als Direktor der Schule in den Ruhestand verabschiedet worden.

Fast 30 Jahre lang war Wiegand als Mitglied der SPD kommunalpolitisch engagiert. Er war vier Jahre Stadtrat und von 1968 bis 1993 Stadtverordnetenvorsteher. Damit war er an wichtigen Entscheidungen beteiligt. So habe er den Zusammenschluss mit Holzhausen und Mariendorf mitgeprägt, den Bau des Bürgerhauses in Holzhausen und des Gemeinschaftshauses in Mariendorf, das Hallen- und Freibad sowie das benachbarte Sportzentrum. Auch für das Glasmuseum und das Jugendzentrum Akku setzte er sich ein, erinnert Obermann.

„Kompetent, fair, tolerant“

Seine Aufgabe als Parlamentschef habe Wiegand „mit Kompetenz, Fairness, Toleranz und Augenmaß gemeistert“, sagt Obermann. Dabei habe er seine Überzeugungen beharrlich vertreten und dadurch Anerkennung über die Parteigrenzen hinweg erfahren.

Im Ruhestand beschäftigte sich Werner Wiegand mit der Geschichte. Er erforschte die Vereinsgeschichte der Schützengilde, der Feuerwehren und der Sozialdemokratie in Immenhausen. Auf seine Initiative wurde die „Kommission Heimatgeschichte und Denkmalpflege“ gegründet. Sie hat eine 24-bändige Schriftenreihe herausgegeben. Davon hat Wiegand allein elf Bände verfasst.

Stadtgeschichte aufgearbeitet

Der Ausstellungsraum zur Stadtgeschichte, die Informationstafeln an alten Gebäuden, der historische Stadtspaziergang und die inhaltliche Erarbeitung zur Glasgeschichte im Museum tragen Wiegands Handschrift. Ihm sei es gelungen, Stadtgeschichte allgemein verständlich und dennoch wissenschaftlich fundiert zu dokumentieren.

Werner Wiegand gehörte auch dem Verwaltungsrat der Lungenfachklinik Philippstiftung an. Dort war er am Aufbau des betreuten Wohnens und dem Bau des Pflegeheimes beteiligt.

Viele Auszeichnungen

Wiegands Engagement wurde mit verschiedenen Auszeichnungen gewürdigt. Die Stadt zeichnete ihn mit der goldenen Ehrennadel und dem Wappenring aus. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz, goldene Ehrennadeln der TSV und der Schützengilde sowie die Deutsche Feuerwehrmedaille. Für seine politischen Verdienste um Immenhausen wurde er zum Ehrenstadtverordnetenvorsteher ernannt. Der Verstorbene wurde im engsten Familienkreis beigesetzt. ( ber)

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