Nachhaltiges Haushalten

Zentrum Pfadfinden wird als UN-Projekt ausgezeichnet

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Sorgen für die frische Küche im Pfadfinder-Zentrum: die Hauswirtschaftlerinnen Melanie Mangold und Tanja Swietzeck (von links).

Für sein Nachhaltiges Haushalten wird der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) als Betreiber des Zentrum Pfadfinden in Immenhausen geehrt. Das Zentrum ist dann ein UN-Projekt.

Nachfüllbare Flipchartmarker, saisonales und regionales Essen, Nützlingsecken, in denen Insekten überwintern können – Nachhaltigkeit ist im Zentrum Pfadfinden in Immenhausen oberste Maxime.

Dafür wird der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) als Betreiber des Zentrums Samstag geehrt. Das Zentrum wird dann als offizielles Projekt der UN-Initiative Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Nachhaltigkeit als "sinnliche Erfahrung"

„Der Naturschutz ist bei den Pfadfindern immanent“, sagt Maya Schöffel, Referentin des Vorstands. Dazu gehört, besonders nachhaltig zu haushalten. Vor mehr als zehn Jahren wurde deshalb eine Ernährungscharta bei der Bundesversammlung des BdP in Immenhausen beschlossen. Der Grundsatz: „Billig sollte nicht die erste Maxime sein.“ Die Ernährung im Zentrum soll möglichst saisonal, regional und, wenn möglich, biozertifiziert sein. „Wir machen dies nach bestmöglichem Wissen und Gewissen“, sagt Schöffel. Deshalb kommt häufig vegetarisches oder veganes Essen auf den Tisch – Fleisch gibt es von Köhler in Immenhausen, zweimal die Woche.

Dass dies ein zusätzlicher Kostenfaktor ist, sei bewusst gewählt geworden. „Allerdings wird hier extrem wenig weggeworfen“, sagt Schöffel. Das Essen würde genauer kalkuliert, in kleineren Portionen herausgegeben und eingefroren. Selbst angebaut, wird auf dem Areal des Pfadfinderzentrums nicht, es gebe jedoch eine Kräuterschnecke, die im Sommer genutzt würde. Dabei soll das Essen vor allem gut schmecken: „Wir wollen die Nachhaltigkeit nicht missionarisch umsetzen. Mit dem Zeigefinger kommt man nicht weit. Wir wollen, dass Nachhaltigkeit eine sinnliche Erfahrung ist“, so Schöffel.

"Nachhaltigkeit ist kein Modethema"

Auch bei den Sanierungen der Gebäude werden möglichst ökologische und regionale Baustoffe verwendet. So auch im Saal: Hier liegen europäische Eichendielen, der Lehm stammt aus Kaufungen, die Farbe kommt aus Grebenstein.

Geputzt wird mit Großgebinden, sodass weniger Verpackungsmüll anfällt, und mit biozertifiziertem und ökologisch abbaubaren Produkten. Bei den Schreibwaren setzt das Zentrum Pfadfinden auf Holzkugelschreiber, recyceltes Papier und nachfüllbare Flipchartmarker. Im Außenbereich wird Unkraut mechanisch ohne Vernichtungsmittel entfernt, die Ränder der Wiese nicht gemäht, um Lebensraum für Insekten und Kleinstlebewesen zu erhalten.

Das nächste Ziel? „Die Sanierung der Küche ist uns ein großes Anliegen.“ Auch die energetische Sanierung soll überall im Zentrum erfolgen. Bislang sind bis auf die vier Sippenhäuser, alle Gebäude an die Pelletheizung angeschlossen. Für Schöffel ist klar: „Nachhaltigkeit ist kein Modethema.“

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