Neue Geschäftsführer: Gruppe ist zu retten

Fräger: Zuversicht nach Hiobsbotschaft

Archivfoto der automatisierten Fertigung: Fräger-Mitarbeiter Thorsten Selradl überprüft hier ein computergesteuertes Bearbeitungszentrum.

Immenhausen. Am Montag die Hiobsbotschaft über die Insolvenz der Fräger-Gruppe in Immenhausen, am Dienstag schließlich ein Stück weit Entwarnung: Die Gruppe ist zu retten.

Die neuen Geschäftsführer sowie der Sachwalter Dr. Steffen Koch von der erfahrenen Insolvenzkanzlei hvv wienberg wilhelm (Berlin/Kassel) wollen die Unternehmen mit Standorten in Immenhausen und Altenburg (Thüringen) in Eigenverwaltung sanieren.

Die Geschäfte laufen derweil weiter. Geschäftsführer und Sachwalter führen momentan Gespräche mit Banken und anderen Gläubigern, Kunden und Lieferanten.

Alle Beteiligten glauben an die Sanierungsfähigkeit Frägers, weil Produkte und Auftragslage gut und die Kunden zahlungskräftig und auf eine weitere Belieferung angewiesen sind.

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Wie es genau zur finanziellen Schieflage der bis zum Antrag auf Insolvenzeröffnung familiengeführten Unternehmensgruppe kam, ist noch nicht im Detail bekannt. Fakt aber ist, dass die Gruppe schon länger Probleme hatte und im Zuge der Finanzkrise eine Halbierung des Umsatzes verkraften musste. Erschwerend hinzu kamen strukturelle Probleme in der Führungsetage.

Der Grebensteiner Hersteller von Elektroautos, die German E-Cars GmbH, ist von der Insolvenz der Fräger-Gruppe nicht betroffen.

Wie die IG Metall, die nach wie vor bestrebt ist, einen Haustarifvertrag für die tariflosen Fräger-Unternehmen zu verhandeln, ist auch der Betriebsrat zuversichtlich, dass die Gruppe noch zu retten ist. Marc Seeger, Betriebsratsvorsitzender der Fräger Fahrzeugtechnik GmbH, sagt: „Die Mannschaft zieht mit. Die Belegschaft glaubt nach wie vor an die Firma.“

Die Mitarbeiter setzten alles daran, dass das Geschäft aufrechterhalten werden könne. Der Betriebsrat habe seit geraumer Zeit gesehen, dass es bei Fräger nicht mehr so gut lief. An Auftragsmangel habe das aber nicht gelegen. Das Insolvenzverfahren sieht Seeger „als gute Chance für einen Neuanfang.“ (jop/geh)

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