Bürger lernten minderjährige Flüchtlinge kennen

In Helmarshausen gut aufgenommen

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Gemeinsames Essen: Mitglieder der Wohngruppe bedienen sich mit Gruppenleiterin Renate Bogatzki-Lenke (2. von links) sowie Harald Recke (Direktor der Stiftung Beiserhaus, ganz rechts) und Pfarrer Daniel Fricke (2.von rechts) am Buffet.

Helmarshausen. „Wir fühlen uns hier gut aufgenommen“, zog Harald Recke, Direktor der Stiftung Beiserhaus am Samstag, ein Jahr nach der Einrichtung der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) in Helmarshausen ein Fazit. Elf Jugendliche und junge Männer im Alter von 12 bis 18 Jahren wohnen im Freizeitheim der evangelischen Kirchengemeinde auf dem Klostergelände, sie kommen aus Eritrea, Syrien und Afghanistan.

 Die Wohngruppe und die Stiftung nutzten das Gemeindefest am Samstag für einen Tag der offenen Tür, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Da zum Gemeindefest immer Eintopfküche und Kuchenbuffet im Freizeitheim eingerichtet waren, gab es im Gemeinschaftsraum in diesem Jahr Nudelsuppe und ein Buffet internationaler Spezialitäten, von Einwohnern und Betreuern hergerichtet. Der Kuchen war in die neuen Gemeinderäume im ehemaligen Pfarrhaus umgezogen. Beim wie immer sehr gut besuchten Gemeindefest nutzten unzählige Interessierte die Möglichkeit, einen Blick in die verschönerten und neu eingerichteten Räume zu werfen und mit den Flüchtlingen und den Beiserhaus-Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

 

„Hier herrscht eigentlich ein ganz normaler Familienalltag – montags früh müssen wir alle irgendwie aus dem Bett kriegen“, beschreibt Gruppenleiterin Renate Bogatzki-Lenke das Leben in der Wohngruppe. Sechs Mitarbeiter plus Praktikant und Hauswirtschaftskraft kümmern sich um die Jugendlichen – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Vormittags sind die Jungs in Schulen in Bad Karlshafen, Hofgeismar und Kassel – oft bis in den Nachmittag. Danach gibt es Angebote von Sportcoaches, einige nehmen am Training von Sportvereinen vor Ort oder in Hofgeismar teil – von Fußball über Badminton und Bogenschießen bis Taekwondo reichen die Interessen. Außerdem warten noch Nachhilfe und Hausdienste, sodass Langeweile auch am Nachmittag nicht aufkommt.

 

„Wir versuchen, unsere Kontakte hier weiter auszubauen“, sagt Bogatzki-Lenke. Die örtliche Vernetzung reiche bereits von Handwerksbetrieben, dem Kindergarten im gleichen Gebäude über Kirchenvorstand und Gemeindemitglieder bis hin zu einer Zahnarztpraxis, in der die jungen Männer gern gesehene Patienten seien. Das Gemeindefest, auf dem sich Helmarshäuser und Flüchtlinge den ganzen Tag über mischten war dazu ein willkommener Anlass. (zlö)

 

Foto:

Mitglieder der Wohngruppe bedienen sich mit Gruppenleiterin Renate Bogatzki-Lenke (2.v.l.) sowie Harald Recke (Direktor der Stiftung Beiserhaus, ganz rechts) und Pfarrer Daniel Fricke (2.v.r.) am Buffet.

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