Fläche nördlich von Gottsbürgen im Visier

Salzsee und Pipeline: Standortsuche konzentriert sich auf den Reinhardswald

Ein Suchgebiet ist auf den K+S-Karten nördlich der Verbindungslinie zwischen Gottsbüren und Gieselwerder ausgewiesen. Hier liegt unter anderem das Benzer Holz, eine 237 Meter über Null liegende Hochfläche, die an drei Seiten von Kuppen bis zu 284 Metern Höhe umgeben ist und nur im Norden in ein Tal übergeht. Durch die Fläche fließt der Bach Qualgrube. Die exakte Lage der Speicherseestandortes wurde von K+S bisher nicht bekanntgegeben. Foto:  Google-Earth/Bearbeitung Thiele

Hofgeismar/Trendelburg/Oberweser . Von der Hümmer Dickte und dem Kelzer Berg ist mittlerweile nur noch selten die Rede. Die Suche nach einer geeigneten Fläche für das Speicherbecken für Kali-Abwässer aus dem osthessische Revier scheint sich nun auf den Raum Gottsbüren zu konzentrieren.

Sachkundigen Bürgern zufolge könnte die Fläche, die K+S am stärksten ins Auge fasst, nördlich von Gottsbüren zu finden sein. Hier liegt unter anderem das Benzer Holz, eine 237 Meter über Null liegende Hochfläche, die an drei Seiten von Kuppen bis zu 284 Metern Höhe umgeben ist und nur im Norden in ein Tal übergeht. Durch die Fläche fließt der Bach Qualgrube.

Aufgrund der Topographie könnte auf dieser Fläche der Salzsee angelegt werden, befürchten Salzsee- und Pipeline-Gegner. Das Becken soll nach Plänen von K+S eine Gesamtfläche von etwa 80 Hektar beanspruchen. Von dort aus könnten die Salzabwässer dann in die Weser zwischen Gieselwerder und Bad Karlshafen eingeleitet werden.

Die hessische Landesregierung mit der Grünen Umweltministerin Priska Hinz hat die Option einer Nordsee-Pipeline aufgegeben. Zur Entlastung der Werra setzt Schwarz-Grün auf eine Pipeline an die Oberweser.

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Doch davon halten die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gar nichts. Während Niedersachsen verstärkt auf technische Lösungen in den Kali-Revieren setzt, hält man in NRW die Nordsee-Pipeline nach wie vor für die beste Lösung. „Die Ankündigung Hessens, die Option einer Nordseepipeline zur Entlastung der Weser nicht weiter zu verfolgen, sehe ich sehr kritisch“, hatte NRW-Umweltminister Johannes Remmel kürzlich gesagt. Es dürfe keine weitere Belastung von Werra und Weser geben. Remmel kann nicht erkennen, wie die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie ohne den Bau einer Abwasser-Nordsee-Pipeline erreicht werden sollen.

Nach dem hessischen Vier-Phasen-Plan würden Werra und Weser erst 2075 guten ökologischen Zustand erreichen. Nach EU-Vorgabe soll dies für alle europäischen Gewässer eigentlich schon in 2015 der Fall sein.

Mit großer Mehrheit und den Stimmen von SPD, Grünen und CDU hat der Niedersächsische Landtag vor wenigen Tagen erklärt, dass Niedersachen die Oberweser-Pipeline nicht akzeptieren werde.

Kommunen wollen klagen

Juristisch wollen auch die Kommunen Höxter, Beverungen (NRW) und Boffzen (Niedersachsen) gegen die Pläne des Landes Hessen und K+S vorgehen. Diese Gemeinden wären bei einer realisierten Oberweser-Pipeline die ersten, an denen die hessische Salzfracht vorbeifließen würde. (red)

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