Ortsbeiräte sollen in den Ortsteilen mehr beteiligt werden

Kampf gegen leere Läden in Hofgeismarer Innenstadt 

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Leere Geschäftsräume an der Mühlenstraße: Die Hofgeismarer SPD fordert die Schaffung eines Managers, der sich um ungenutzte Gebäude kümmert. 

Hofgeismar. Die Hofgeismarer SPD will mit der Schaffung eines Gebäudemanagers den Leerstand in der historischen Altstadt bekämpfen.

In den Ortsteilen sollen dagegen die Ortsbeiräte mehr beteiligt werden, um neue Nutzer für leere Gebäude zu finden.

Das Problem

40 Anträge auf Zuschüsse für Sanierungen und Verschönerungen von Privatgebäuden in der Altstadt sind seit dem Hessentagsjahr eingegangen. „Das ist eine ganze Menge, doch das reicht nicht“, sagt SPD-Fraktionschef Peter Nissen: „Wir können Gebäude nur erhalten, wenn wir eine Nutzung haben.“ So habe die Förderung bisher nicht dazu geführt, dass ungenutzte Gebäude mit neuem Leben gefüllt werden. Gerade der Leerstand denkmalgeschützter Gebäude bereite Kopfzerbrechen. Der Zweckverband Raum Kassel hatte vor drei Jahren die Zahl der ungenutzten Gebäude in Hofgeismar und den Ortsteilen auf 60 beziffert. Aktuellere Zahlen waren aus dem Rathaus nicht zu bekommen.

Die Idee

Die Sozialdemokraten gehen nun mit einer Idee an die Öffentlichkeit: Sie wollen ab dem Frühjahr die Stelle eines Gebäudemanagers schaffen, der sich mit der Bekämpfung des Leerstands beschäftigt. Denn das grundsätzliche Dilemma für Kommunen ist: Bei Gebäuden im Privatbesitz kann eine Verwaltung wenig machen, selbst wenn der Besitzer die Immobilie verfallen lässt.

Die Aufgaben

Daher kann ein Gebäudemanager auch nur beratend tätig werden: Er soll vor Ort in Hofgeismar ansprechbar sein, den Leerstand ermitteln, Eigentümer feststellen, mit ihnen Kontakt aufnehmen und klären, welche Nutzung ihnen vorschwebt. „Wir müssen den Eigentümer fragen: Was willst du – sanieren, verkaufen oder auch über Abriss nachdenken?“, sagt Nissen. Auch bei Denkmalschutzfragen und der Suche nach Förderprogrammen könne eine solche Person helfen.

Keine zusätzlichen Kosten

„Wir wollen in der ersten Phase keine zusätzlichen Kosten“, sagt Peter Nissen. Möglich werden soll dies durch das Kernbereichsmanagement, das bisher ein Büro in Kassel übernimmt.

Das koordiniert die Innenstadtentwicklung, aber nicht mit Schwerpunkt Leerstand. Diese Lücke soll der Gebäudemanager füllen, der durch die Umschichtung von Geld für das Kernbereichsmanagement finanziert wird.

„Das wird ein überschaubares Stundenbudget sein“, gibt Nissen zu. Aber man müsse prüfen, was der Manager bringe, bevor man weiteres Geld ausgebe.

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