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Karnevalsvereine im Kreis gehen zum Sessionshöhepunkt mit den Krisen unterschiedlich um

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Von: Nela Müller

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Die TSV Immenhausen, hier mit Lars Hartung und der TSV Garde, hat extra in der Jahnturnhalle ein närrisches Video gedreht.
Der Karneval wird virtuell: Die TSV Immenhausen, hier mit Lars Hartung und der TSV Garde, hat extra in der Jahnturnhalle ein närrisches Video gedreht. © TSV Immenhausen

Die Corona-Pandemie und die Ereignisse in der Ukraine bremsen das närrische Treiben. Wir haben mit Karnevalsvereinen aus dem Kreis über Ausfälle und Alternativen gesprochen.

Kreis Kassel – Gestern, mit Weiberfastnacht, haben die Narren den Sessionshöhepunkt im Karneval eingeläutet. Bunt geschmückte Säle, witzige Kostüme und Umzüge prägen sonst die Tage bis zum Aschermittwoch. Auch in vielen Orten des Landkreises wäre jetzt eigentlich Feiern angesagt. Eigentlich. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben die Feiern gestoppt. Über Ausfälle und Alternativen haben wir mit Karnevalsvereinen aus dem Kreis gesprochen.

Hofgeismar

Akribisch hatte die Goldene Elf Hofgeismar im Dezember für die kommenden Tage geplant. „Aufgrund der Pandemie hatten wir überlegt, draußen am Reithagen zu feiern. Dafür hatten wir sogar schon grünes Licht von der Stadt“, berichtet Erwin Aßhauer, Vorsitzender des Karnevalsvereins. Unter Einhaltung der 2G-Regelung sollte gefeiert werden, mit maximal 250 Leuten, für jeden ein Bändchen, Kaffee, Kuchen, Leckeres vom Grill und mit kleinem Programm. Doch aus dem Plan wurde nichts. „Ende Januar haben wir uns wegen der Infektionszahlen entschieden, die Veranstaltung abzusagen“, so Aßhauer weiter. Alle Mitglieder des Vereins stünden hinter der Entscheidung.

Auch wenn es ihnen natürlich vor allem um die Jüngeren leid täte, die das ganze Jahr beispielsweise in der Garde hart trainiert und dies gerne vor Publikum gezeigt hätten. „Man hält in einer solchen Situation auch Rücksprache mit anderen Vereinen. Erik Lehnebach vom Grebensteiner Carnevals Club hat zu mir gesagt: ,Wir wollen lieber mit einem guten Programm in der Zeitung stehen, als mit der Schlagzeile, dass sich bei einer unserer Veranstaltungen viele Leute mit Corona angesteckt haben.’ Da stimme ich voll und ganz zu“, sagt der Vorsitzende. Der Fokus der Goldenen Elf Hofgeismar liegt nun auf 2023: Da feiert der Verein sein 75-jähriges Bestehen.

Immenhausen

Zuversichtlich, was das Feiern zum Sessionshöhepunkt angeht, zeigten sich die Fußballer der TSV Immenhausen noch im vergangenen Jahr. Unter dem Motto „Helau again“ waren unter anderem Sitzungen und ein Rosenmontagsumzug geplant. Doch auch ihnen macht Corona einen Strich durch die Rechnung. „Neben den steigenden Infektionszahlen ließen die Auflagen zur Maskenpflicht und die Teilnehmerbegrenzung den Immenhäuser Karneval – sowie wir ihn kennen und lieben – einfach nicht zu. Selbstverständlich hat auch bei uns der Infektionsschutz oberste Priorität“, sagt Dirk Brede vom Festausschuss.

Doch ein weiteres Jahr ohne Karneval? Das könne man sich bei der TSV nicht vorstellen. Deswegen haben sich die Verantwortlichen Alternativen einfallen lassen. Die Feiern sollen außerhalb der fünften Jahreszeit stattfinden, nämlich im Frühling. „Für Donnerstag, 19. Mai, ist der Weiberfasching geplant. Am Samstag, 21. Mai, soll eine Sitzung stattfinden. Die bisher vorbestellten Karten bleiben gültig, teilt die TSV mit. „Der Weiberfasching ist bereits ausverkauft“, heißt vonseiten der TSV. Wer so lange nicht warten will, der kann sich schon morgen, Samstag, ab 20.11 Uhr auf dem Youtube-Channel des Vereins (zu.hna.de/karnevaltsv) eine eineinhalbstündige Onlinesitzung inklusive Interviews anschauen. Zu sehen sind außerdem Ausschnitte aus dem aktuellen Programm aller Karnevalsgruppen, die dann im Mai in der Jahnturnhalle auftreten.

Baunatal

Ein ordentliches Programm hätten von heute bis einschließlich Montag die Mitglieder der Großenritter Carnevals Gemeinschaft (GCG) gehabt. „Freitags ist normalerweise unsere Weiberfete. Samstags wird traditionell um 11.11 Uhr das Rathaus gestürmt, sonntags ist Kinderkarneval und montags geht es nachmittags nach Edermünde zum Rosenmontagsumzug“, nennt Dietrich Geißer, Abteilungsleiter der GCG, einige Veranstaltungsbeispiele.

Was bleibt von all dem Karnevals-Trubel? „Wir werden am Sonntag ein kleines Fest veranstalten, bei dem wir in Anwesenheit des Prinzenpaars Orden überreichen werden. Es werden immer Gruppen mit höchstens sechs Leuten sein“, sagt Geißer. In Zeiten der Pandemie sei man sich einig, dass man nicht nur an das Feiern denken dürfe. „Es geht momentan in erster Linie um die Gesundheit. Dazu wollen wir natürlich einen Beitrag leisten“, so Geißer abschließend.

Naumburg

„Hahl Dunne“ (Haltet fest, haltet zusammen) wird es Samstag und Sonntag durch Naumburg schallen. Der Ruf der Naumburger Karnevalsgesellschaft passt vor allem gut zur aktuellen Lage, wie Franziska Siebert sagt. Sie ist seit rund acht Jahren Vorsitzende des Vereins. „Wir würden in diesem Jahr eigentlich unser 88-jähriges Bestehen feiern. Unter anderem mit einem großen Rosenmontagsumzug“, sagt sie. Damit der Karneval nicht komplett ins Wasser fällt, haben die Narren andere Aktionen organisiert.

An einer Tradition hält man aber fest: Den Anfang macht am Samstag die Prinzengarde. Eingeteilt in 20 Gruppen werden sie an jeder Haustür in Naumburg klingeln und beispielsweise ihre Karnevalszeitung verkaufen. „Auch unsere Bürgergarde ist mit der Stadtkapelle unterwegs“, erklärt Siebert. Am Sonntag haben Naumburger dann die Möglichkeit, Karneval zu Fuß zu erleben. Start ist um 11.11 Uhr im Kurpark. Zwölf Stationen sind auf der Route eingeplant, die auf dem Marktplatz enden wird.

Die Naumburger Narren sind sehr stolz auf ihre Mitglieder. Laut Siebert sind alle dabei geblieben und haben dem Verein in der Pandemie nicht den Rücken gekehrt. „Die Naumburger lieben den Karneval. Deswegen ist man hier schon etwas traurig, dass er nicht in gewohnter Form stattfinden kann“, sagt Siebert. (Nela Müller)

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