Airport liegt dafür nicht zentral genug

Absage für Fernbusbahnhof am Flughafen Calden

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Busse am Flughafen: Der Airport wird auch künftig nur von Nahverkehrsbussen (Foto) angefahren, eine Fernbushaltestelle ist dort laut IHK nicht möglich.

Calden. Die Gemeinde Calden hat bei ihren Bemühungen, einen Fernbusbahnhof am Flughafen in Calden einzurichten, eine Absage erhalten. Das teilt Bürgermeister Andreas Dinges mit.

Zwar verfüge der Flughafen über die nötige Infrastruktur, doch ein Haltepunkt dort mache keinen Sinn.

Ende des vergangenen Jahres hatte das Parlament der Gemeinde beschlossen, einen derartigen Haltepunkt am Airport prüfen zu lassen.

Hintergrund war, dass die Haltepunkte für Fernbusse in Kassel für Park- und Verkehrsprobleme sorgen. Am Airport steht dagegen ausreichend Platz zur Verfügung, deshalb wollte Calden in die Bresche springen.

Die Gemeinde wandte sich an die Flughafengesellschaft - und bekam nun eine Antwort von Ulrich Spengler, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die war von der Flughafen GmbH gebeten worden, die Sachlage zu prüfen.

Demnach sind die Betreiber von Fernbussen nur daran interessiert, an Orten innerhalb eines Fahrzieles zu halten, die Gastronomie, Infrastruktur - beispielsweise Toiletten und Einkaufsmöglichkeiten - und eine Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr bieten. Das sei an den bisherigen Haltepunkten in Kassel vorhanden. Betrachte man dagegen Calden, so sei der Weg in die Gemeinde „nicht gering“ und am Flughafen keine vergleichbare Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr vorhanden.

Klarer formuliert: „Der Flughafen ist so dezentral, dass ein Haltepunkt keinen Sinn macht“, sagt Dinges, auch wenn der Flughafen einiges an Infrastruktur biete. Dem habe sich auch die Stadt Kassel angeschlossen.

Kritik erntete Dinges außerdem vom Stadtparlament, weil er sich nicht gegen die Umbenennung des Flughafens Kassel-Calden in Kassel Airport gewehrt hatte: Der Beschluss der Gesellschafter war einstimmig gewesen. „Hätte nicht dem cällischen Bürgermeister ein Nein besser zu Gesicht gestanden?“, hieß es. Dinges sagte dagegen, das „Calden“ im Namen habe ihn selber gestört und er habe keine Chance gehabt, sich gegen die anderen Gesellschafter durchzusetzen.

Wenn man schon Calden aus dem Namen streiche, hätte man der Gemeinde auch gleich die Hälfte ihrer Flughafenanteile abnehmen können, erklärte Brigitte Gerstenberg (CDU). (gör)

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