Kein Denkmalschutz für Reinhardswald

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Reinhardswald.

Reinhardswald. Lange war das hessische Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden eine Antwort schuldig geblieben. Jetzt kam sie doch noch.

Der nördliche Reinhardswald hat kaum Chancen als flächenhaftes Bodendenkmal ausgewiesen zu werden. So lautet die Antwort auf den entsprechenden Antrag des Denkmalbeirates sowie des Kreisausschusses des Landkreises Kassel.

Beirat und Ausschuss hatten in ihrem Antrag auf Unterschutzstellung schon 2014 darauf hingewiesen, dass es sich nördlich der Linie Gottsbüren-Gieselwerder um eine in Mitteleuropa einzigartige mittelalterliche Siedlungs- und Kulturlandschaft handelt. Wölbäcker und verlassene Siedlungsplätze bieten einen reichhaltigen archäologischen Schatz und wissenschaftliches Betätigungsfeld. Zudem befinden sich in dem Waldbereich etwa 100 Hügelgräber aus der Bronzezeit sowie mittelalterliche Relikte von Bergbau, Waldglashütten und Tonabbau.

Doch: „In der Sache selbst kann ich dem Denkmalbeirat keine großen Hoffnungen machen“, schreibt der Vizepräsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Jan Nikolaus Viebrock jetzt an Landrat Uwe Schmidt. „Die großflächige Unterschutzstellung eines Flächendenkmals der Archäologie und Bodendenkmalpflege sieht das Hessische Denkmalschutzgesetz nicht vor.“ Bei einem Bodendenkmal müsse es sich um eine konkrete, bekannte Sache handeln, so Viebrock weiter. Die Vermutung, dass es im beantragten Teilbereich des Reinhardswaldes wichtige Bodendenkmäler gibt, reiche nicht aus, um ein Gebiet großer Ausdehnung unter den Begriff Bodendenkmal zu stellen.

Ob sich der Landkreis mit dieser Antwort zufrieden geben wird, steht noch nicht fest. Man werde die Sache mit dem Denkmalbeirat beraten, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Möglicherweise werde man das Ministerium für Wissenschaft und Kunst einbeziehen. (geh)

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