Keine Leitung: Telekom akzeptierte Kündigung trotzdem nicht

Enttäuscht von dem Kundenservice der Telekom: Udo Kilimann hat nun sein Recht auf eine fristlose Kündigung rückwirkend bekommen – nach über zwei Monaten. Er war laut eigener Aussage lange mit der Telekom zufrieden. Foto: Dittrich

Lamerden. Viel Ärger mit der Telekom hat Udo Kilimann aus Lamerden gehabt. Das Unternehmen konnte kein schnelles Internet anbieten, akzeptierte aber auch keine Kündigung.

Am Anfang stand das Versprechen: Am 5. Dezember sollte alles umgestellt werden. Internet- und Telefonverbindung sollten direkt von Calden zum neuen Wohnort von Udo Kilimann im Liebenauer Ortsteil Lamerden umziehen. Auf den Termin hatte sich Kilimann mit der Telekom geeinigt. Inzwischen funktioniert zwar das Telefon, auf seinen Internetanschluss wartet er aber immer noch.

„Ich telefoniere zur Zeit fast täglich mit der Telekom“, sagt Kilimann. Anfang Januar kam ein Telekom-Techniker, der behauptete: „Wir können an der neuen Adresse gar kein Internet anbieten.“ Einzig über einen Stick, also über das Mobilnetz der Telekom, wäre eine Verbindung möglich.

Doch damit wollte sich Kilimann nicht zufriedengeben - aus seiner Sicht bezahlt er monatlich für eine nicht erbrachte Leistung, zumal auch das Mobilnetz nur schwach ist: „Wir wohnen hier im Schatten des Berges“, erklärt der Maschinenführer, „der Funkmast steht auf der anderen Seite.“

Daraufhin hatte Kilimann genug - er kündigte Ende Dezember fristlos, holte die monatlichen Zahlungen an die Telekom zurück auf sein Konto. Das wiederum wollte die Telekom nicht akzeptieren und schrieb im Januar, dass es „technisch nicht möglich wäre, die Kündigung im System zu hinterlegen.“

Einkäufe per Handy 

„Das ist für mich blanker Hohn“, ärgert sich Kilimann . „Ich muss zur Zeit alles über mein Handy machen“, erklärt er, „Weihnachtseinkäufe waren online nicht möglich, außerdem bezahle ich für jede Überweisung eine extra Gebühr.“ Bei den unzähligen Anrufen und Gesprächen mit der Service-Hotline sei ihm dann auch schon mal „die Hutschnur geplatzt“, gesteht er. Dafür habe er sich bei den Mitarbeitern allerdings entschuldigt. „Die können ja nichts dafür“, weiß Kilimann. Dennoch: „Man sitzt wie blöde da“, fasst er zusammen.

„Das ist für mich der blanke Hohn. Ich will von denen einfach nur noch weg.“

Sein Vertrag endet fristgerecht erst am 28. Februar. „Ich will von denen einfach nur noch weg.“ Solange aber der Vertrag mit der Telekom noch läuft, kann er den Internet-Anbieter nicht wechseln.

Angebote für einen Wechsel habe er bereits eingeholt - denn andere Anbieter könnten ihm sehr wohl eine schnelle Internetleitung anbieten.

Selbst eine Abfrage auf der Internetseite der Telekom zu Kilimanns Adresse ergibt: Internet verfügbar - wahlweise über Mobilnetz oder Kabelleitung.

Entschuldigung erhalten 

Nachdem die HNA direkt bei der Telekom nachfragte, kam Bewegung in die Situation: Ein Vorgesetzter aus dem Kundenservice meldete sich bei Kilimann, entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und versprach telefonisch die rückwirkende Kündigung zum Dezember 2014.

Die anfallenden Kosten wollte die Telekom allerdings nur gegen Vorlage aller Belege ausgleichen - das lehnte Kilimann enttäuscht ab. Er hatte auf eine kulantere, unkompliziertere Lösung gehofft. (bdi)

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