Alle vier Wochen 

Kirchen-Dämmerschoppen in Gottsbüren 

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Nach der Andacht folgt die Geselligkeit: Wenn es das Wetter zulässt, wird auch gerne mal der Grill angeworfen und sich mit einem Bierchen erfrischt. Hier prosten sich Hellmuth Hesse, Edgar Partosch, Friedhelm Aßhauer, Horst Hilgenberg, Peter Heib und Georg Eckhardt mit Pfarrer Jürgen Schiller zu (von links). 

Gottsbüren. Alle vier Wochen treffen sich fast 30 Gottsbürener Männer zum Kirchen-Dämmerschoppen im örtlichen Gemeindehaus.

Wenn „Flöte“, „Flink“ und „Keks“ zusammenkommen, fließt der Gerstensaft und der liebe Gott ist nicht fern: Eine außergewöhnliche Veranstaltung, bei der christliche Inhalte auf Geselligkeit treffen. Schon 2005 gründete Pfarrer Jürgen Schiller die Gruppe, die recht schnell Zuspruch unter den Herren im Ort fand. „Erst waren vier da, dann neun und beim dritten Treffen schon 20“, erinnert sich der Geistliche an die erste Zeit. Inzwischen kommen an die 30 „angehende und erfahrene Ruheständler“, wie Schiller seine Männer nennt, jeden letzten Donnerstag im Monat zur Zusammenkunft ins Kirchenhaus.

Punkt 17 Uhr hat jeder seinen festen Platz eingenommen, „doch spätestens nach dem ersten Bier lockert sich das auf, dann kommt Bewegung in den Saal“, weiß Friedhelm Aßhauer. Bevor das soweit ist, wird der Abend mit einer Andacht eingeleitet, in welcher der Pfarrer ganz verschiedene Themen aufgreift, die meist das Kirchenjahr vorgibt. „Einmal im Jahr feiern wir auch das Abendmahl und selbstverständlich wird auch gebetet“, erklärt Aßhauer.

Nach dieser einleitenden Stunde kommt herzhaftes, einfaches Essen auf den Tisch. Und selbstverständlich darf zum Hackfleischbrötchen auch das Feierabendbier nicht fehlen. Bezahlen muss das jeder aus dem eigenen Geldbeutel, die Kirche stellt lediglich den Raum zur Verfügung.

Spitznamen und per Du

Per Du sind die Gottsbürener Herren sowieso alle miteinander und wer einen Spitznamen hat, wird damit natürlich angeredet. „Da einige Nachnamen auf dem Dorf öfter vorkommen, hat man wegen der einfacheren Unterscheidung vielen einen Zusatznamen verpasst“, bemerkt Wilfried Aßhauer, der beispielsweise Mannes genannt wird. Warum der eigentümliche Dämmerschoppen so gut angenommen wird, hat verschiedene Gründe: „Es gibt für uns im Dorf keine Möglichkeit mehr, sich zu treffen. Das letzte täglich geöffnete Gasthaus hat schon vor Jahren geschlossen“, so Willi Wiegand, genannt Flöte. Ohne das Angebot würden sie sich kaum noch treffen, erst recht nicht in solch großer Runde. Gut finden die Senioren zudem, „dass sie hier mal unter sich sind und sich über Fußball, Handwerkliches und manchmal auch andere Leute auslassen könnten“, sagen sie schmunzelnd.

Die Konfession spielt übrigens keine Rolle, auch wenn die meisten evangelisch sind, so gibt es auch Katholiken unter ihnen. Bemerkenswert war der Einsatz der Männer vor sieben Jahren, als die Kirche brannte und sie die Sanierung Euro mit ihrer Arbeitskraft unterstützen.

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