Feiern geht auch ohne Müll

Tausend Menschen auf der Deponie: Hofgeismarer Kirschenplantage feierte 25-Jähriges

+
Angebot für die ganze Familie:  Mehr als Tausend Besucher waren beim Jubiläumsfest der Kreisabfallentsorung dabei. Da das Fest auf einem großen Areal stattfand, ein eigener Marktbereich bestand, kam es nirgendwo zu Engpässen. Im Hintergrund sind die Deponie-Schafe zu sehen, die die Wiese der Photovoltaikanlage mähen.

Die Abfallentsorgung des Landkreises Kassel hatte am Samstag zu einem großen Jubliläumsfest auf die Hofgeismarer Kirschenplantage geladen. 

Der beste Müll ist jener, der gar nicht erst entsteht. So jedenfalls denkt man bei der Abfallentsorgung des Landkreises Kassel, die am Samstag zu einem großen Jubliläumsfest auf die Hofgeismarer Kirschenplantage geladen hatte - einer Veranstaltung, bei der man gänzlich auf Abfallvermeidung setzte.

Dass es gerade mal 50 Jahre her ist, dass Waschmaschinen, Tische und Schränke – ja, sogar ganze Autos einfach in einem riesigen Loch auf dem heutigen Deponiegelände verschwanden, war vor allem den älteren Gästen noch in Erinnerung. Inzwischen dürfen nur noch Bauschutt und belastete Böden hier entsorgt werden, der Müll geht andere Wege. Als 1994 die Kreisabfallentsorgung gegründet wurde, war längst eine andere Ära angebrochen, gab es doch schon Papiertonne und Gelben Sack, Kompostierung kam auf und Konzepte für den Restabfall wurden entwickelt.

Schon nach den ersten drei Jahren hatte der Eigenbetrieb die Biotonne flächendeckend eingeführt und deren Abfälle zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Auch das Deponiegas wurde bald zur Energiegewinnung genutzt und der alte Deponiekörper mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Baulich verändert hat sich das Gelände zur Jahrtausendwende, als das Verwaltungsgebäude entstand und in den vergangen zwei Jahren mit der Entwicklung hin zum Entsorgungszentrum, zu welchem etwa Recyclinghof, Containerservice und Werkstatt gehören.

Doch zurück zur Geburtstagsfeier: Pappbecher, Plastikteller oder gar Strohhalme, all das gab bei der Veranstaltung im Freien nicht, die mehr als 1000 Gäste an den Stadtwald lockte. „Bei uns gibt es die Currywurst und den Bienenstich vom Porzellanteller, den Kaffee aus einer Tasse und die Fanta aus einer Mehrwegflasche“, sagte Sabine Grunewald, Pressesprecherin der Kreis-Abfallversorgung. Doch nicht nur mit diesem umweltfreundlichen Konzept punkteten die Gastgeber, auch das Programm zum 25-jährigen Bestehen des Eigenbetriebes kam gut bei den Besuchern an: So waren alle Fahrten mit dem Doppeldeckerbus über das Gelände ausgebucht, bei der Pflanzaktion herrschte durchgehend reger Betrieb und auch an den Marktständen war zwischen Ahler Wurscht und Recyclingschmuck allerlei los. 

Bei der Fahrzeugausstellung war ein Müllauto von 1955 mitsamt metallener Ascheeimer der Hingucker. Und weil es ein Fest für alle sein sollte kamen auch die Kinder nicht zu kurz: Ponyreiten, Puppentheater oder ein Geschicklichkeitsparcours hatten die Veranstalter für die Jüngsten im Angebot.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.