Versäumtes nachholen -  Gerd Henke über den Ehrenbrief

Lippoldsberg. Weil Margret Nickel in ihrer Buchhandlung Schriften verbreite, die den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus verherrlichten, soll ihr der Ehrenbrief des Landes Hessen abrkannt werden. Das fordern Bündnis 90/ Die Grünen. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Gerd Henke.

Gerd Henke

Die Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht, fest verankert in Artikel 5 unserer Verfassung. Darauf kann sich jeder berufen und sondert er auch noch die krudesten Ideen ab.

Eine Grenze findet das Grundrecht indes im Strafgesetzbuch. Dort wird mit Freiheitsstrafe bedroht, wer die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.

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Die Buchhändlerin Margret Nickel bewegt sich in einem Dunstkreis, der solches Gedankengut rechtfertigt und verbreitet. Wie eine Frau solcher Gesinnung mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet werden konnte, bleibt rätselhaft. Denn dass Margret Nickel das unselige Erbe des Hans Grimm verwaltete und seine rassistische Ideologie verbreitete, war schon damals bekannt. Aber den Mut zu sagen, dass dies nicht mit der Vorbildfunktion einer mit dem Ehrenbrief ausgezeichneten Person vereinbar ist, brachte niemand auf.

Es war wie so oft: Die Gleichgültigkeit in Bezug auf das braune Treiben war zu groß. Nun ist es an der Zeit, das Versäumte nachzuholen und die Ehrung abzuerkennen.

E-Mail: geh@hna.de

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