Handy entlarvt Müllsünder

Kontrollen bei Bioabfalltonnen im Kreisteil Hofgeismar werden optimiert

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Müllkontrolle: Müllwerker Dirk Ehrentraud-Holz leert eine Biotonne und fotografiert mit dem Handy falsche Inhalte wie Verpackungen aus Glas, Blech, Plastik oder Kunststofftüten. Betriebsleiter Uwe Pietsch (links) zeigt Beispiele für Störstoffe. Das Haus im Hintergrund bot beim Bioabfall keinen Anlass für Beanstandungen.

Wer es mit der Mülltrennung nicht so genau nimmt, hat ab sofort schlechte Karten: Falscher Müll in Biotonnen wird fotografiert und die Daten gespeichert.

So kann dem Tonnenbesitzer genau erklärt werden, was er falsch gemacht hat, wenn er sich telefonisch über eine nicht geleerte Tonne beschweren will. Das neue Biotonnenkontrollsystem im Kreis zeigt damit messbare Erfolge.

Grundlage ist, dass es jahrelang immer wieder große Probleme gab, weil Plastikreste, Glas und Konservendosen im Biomüll eine sinnvolle und störungsfreie Verarbeitung zu Kompost erschwerten oder sogar verhinderten. 

Warnsignal ertönt bei falschem Müll in der Tonne

Vor zehn Monaten hat die Abfallentsorgung des Kreises Kassel deshalb eine „Qualitätsoffensive Bioabfall“ gestartet, um unter den 70.000 Biotonnen im Kreisgebiet die falsch befüllten ausfindig zu machen und deren Nutzer zu einem besseren Trennverhalten anzuleiten, wie Betriebsleiter Uwe Pietsch erklärt.

Das sei ein sehr ehrgeiziges Ziel, aber die Chancen stünden gut, weil die Biotonnenkontrollen mit moderner Technik zum festen Bestandteil im täglichen Abfuhrbetrieb geworden sind: „Wir können damit jeden Bürger erreichen und viele zum Mitmachen bewegen.“

Alle Sammelfahrzeuge sind ohnehin schon seit Jahren mit einem Lesegerät ausgestattet, das den Strichcode an jeder Mülltonne liest und erkennt, zu welchem Grundstück sie gehört. An den Biomüllfahrzeugen sind zudem Sensoren angebracht, die erkennen, wenn sich Fremdstoffe im Biomüll befinden. 

Automatische Kontrolle: Jede Biomülltonne wird vor dem Entleeren von einem Detektor am Lift überprüft, ob sie falsch befüllt ist. Dann schlägt er Alarm.

Dann ertönt ein Alarmsignal und der Müllwerker sieht nach. Wenn sich Plastik und andere Störstoffe finden, wird der Inhalt der Tonnen fotografiert und ist Minuten später im Computersystem abgelegt.

Mülltrennung ist gut für Umwelt und Klima

Wenn der Kunde dann wegen der nicht geleerten Tonne anruft, kann ihm unwiderlegbar erklärt werden, was er besser machen muss.

„Alle Bürger, die nicht nur über Umwelt und Klima reden, sondern selbst ganz praktisch etwas tun wollen, können durch richtiges Müllsortieren ganz einfach ihren Beitrag dazu leisten“, sagt Diplom-Ingenieurin Jenny Werner von der Abfallentsorgung.

 Bei den ersten Fahrten wurde jede 40. Tonne automatisch reklamiert. Der Wert hat sich seither bereits deutlich verbessert. Der nördliche Landkreis wird bereits so kontrolliert, der Südkreis folgt demnächst.

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