Kreis: Q-Fieber hat Höhepunkt überschritten

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Dr. Sabine Kneissl, Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis und Dr. Markus Schimmelpfennig vom Gesundheitsamt Region Kassel.

Helmarshausen. „Wir gehen davon aus, dass der Ausbruch des Q-Fiebers in Helmarshausen seinen Höhepunkt überschritten hat", sagte Dr. Markus Schimmelpfennig vom Gesundheitsamt.

Er kam zu seiner Informationsveranstaltung des Landkreises Kassel im Bürgerhaus Helmarshausen. Derzeit seien 16 Erkrankungen bestätigt, betroffen sind ausschließlich Erwachsene. Aufgrund der Langlebigkeit des Erregers und der Inkubationszeit von drei Wochen könnten jedoch noch einzelne Fälle dazukommen.

Q-Fieber sei immer wieder einmal in benachbarten Kreisen aufgetaucht, bisher jedoch noch nicht im Landkreis Kassel. Nach Bekanntwerden der ersten Erkrankung in Helmarshausen habe die Ermittlungsarbeit des Veterinäramtes begonnen um die Herkunft des Erregers zu klären.

Großes Interesse: Die Bevölkerung nutzte die Chance, sich von den Experten des Landkreises informieren zu lassen.

„Das ist ein bisschen wie Tatort auf Bakteriologisch“, erklärte Schimmelpfennig. Die Suche war erfolgreich: in der ersten größeren Herde die getestet wurde seien infizierte Tiere nachgewiesen worden, erklärte Dr. Sabine Kneissl, Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis. Die Tiere wurden geimpft und der Bestand werde weiter beobachtet. Trächtige weibliche Tiere bleiben im Stall und werden ihre Lämmer nicht im Freien zur Welt bringen, da die größte Ansteckungsgefahr von der Nachgeburt ausgehe - die Konzentration der Bakterien im Mutterkuchen sei besonders hoch. Der Erreger dürfte also auf Helmarshäuser Weiden während der Ablammzeit freigesetzt worden sein.

Die Trockenheit bot den Bakterien dazu noch günstige Bedingungen: sie konnten sich beim Trocknen der Nachgeburt mit Staub in der Luft verteilen. Die Infektion beim Menschen erfolgt dann durch Einatmen. Weitere sieben Helmarshäuser Betriebe, in denen Schafe oder Ziegen gehalten werden, wurden ebenfalls untersucht, die Ergebnisse stehen noch aus.

Von Markus Löschner

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