Kreisstraße 80 soll geteilt werden

Seit Jahren gesperrt: Die beschädigte Kreisstraße 80 zwischen Vernawahlshausen und Oedelsheim. Archivfoto: Nolte/nh

Wahlsburg/Oberweser. Für die seit Jahren wegen Bauschäden gesperrte Kreisstraße 80 zwischen Vernawahlshausen und Oedelsheim hat der Landkreis Kassel den beiden Gemeinden einen Kompromissvorschlag unterbreitet, bei dem eine Öffnung für den allgemeinen Straßenverkehr aber nicht mehr vorgesehen ist.

Schon vor zehn Jahren erwog der Landkreis Kassel wegen der hohen Unterhaltungskosten die Einziehung der Straße. Nach größeren Schäden, die Sicherheitsprobleme aufwarfen, wurde die Straße vor mehreren Jahren gesperrt. Die Gemeinden drängten auf eine Wiederöffnung, die aber bisher an den Kosten scheiterte. Zuletzt gab es im Herbst 2011 eine Unterschriftenaktion. Der Landkreis hat mit den beiden Gemeinden sowie HessenForst nun einen Kompromiss ausgehandelt, wie Landkreispressesprecher Harald Kühlborn auf unsere Anfrage bestätigte. Damit soll sichergestellt sein, dass die Wanderparkplätze erreichbar bleiben und die Holzabfuhr weiter möglich ist. Weitere Details könne er aber noch nicht sagen, da der Kreisausschuss noch beraten müsse.

Nach bisherigen Informationen wird die Straße gedrittelt. Den Gemeinden sollen jeweils die den Ortsteilen Vernawahlshausen und Oedelsheim zugewandten Stücke überlassen werden, die Forstverwaltung soll das mittlere Stück als Privatstraße erhalten, wobei die Holzabfuhr über andere Waldwege erfolgen soll. Ein noch gut erhaltenes 400-Meter-Stück bis zur Landesgrenze Richtung Uslar bleibt beim Landkreis.

Bürgermeister Rüdiger Henne berichtete den Gemeindevertretern in Oberweser, dass der Vorstand auf das angekündigte schriftliche Angebot des Kreises warte: „Wenn, dann wollen wir die Instandsetzung selbst machen“.

Sein Kollege Jörg-Otto Quentin (Wahlsburg) stellte das Konzept am Mittwochabend den Gemeindevertretern in Wahlsburg vor und sagte, dass man das Angebot nun berate. Wahlsburg soll demnach für die Reparaturen 46 000 Euro erhalten. Derzeit ist die Straße aus Sicherheitsgründen für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Durch die Herabstufung zur Gemeinde- beziehungsweise Forststraße ändern sich die rechtlichen Voraussetzungen. Die Gemeindestraßen könnten ebenso für den Verkehr freigegeben werden, wie die Privatstraße. Wie sich die Schäden an der Forststraße auswirken und wieweit sie behoben werden, müsse abgewartet werden. „Es gibt keine Alternative. Der Kreis könnte die Straße auch ohne finanziellen Ausgleich herabstufen“, sagte Quentin.

Der Gemeindevertreter Willi Reich (FWG) bezweifelte, dass die umgerechnet 10,40 Euro pro Quadratmeter für die Wiederherstellung der Deckschicht ausreichen.

Vor der Umsetzung müssen Kreisausschuss und Kreistag sowie die beiden Gemeindevertretungen noch beraten und zustimmen.(tty)

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