Gegen Windräder, Salzpipelines und Salzspeicherbecken

Kreuze gegen Windräder und Salz: Reinhardswald symbolisch gesperrt

Kreuze für den Waldeingang: Damit am heutigen Tag des Waldes alles glatt läuft, machten Mitglieder des Aktionsbündnisses Märchenland schon mal eine Stellprobe. Matthias Fieber (von links), Bettina Bönning, Hermann-Josef und Christine Rapp, Matz Schulten, Klaus Becker sowie Oliver Penner halfen mit. Foto: Temme

Lippoldsberg. „Stopp, Natur in Gefahr" - mit gewaltigen Andreaskreuzen will das Aktionsbündnis Märchenland am Tag des Waldes auf die Gefährdung des Reinhardswaldes hinweisen.

Um auf die drohende Industrialisierung durch Windräder, Salzpipelines und Salzspeicherbecken aufmerksam zu machen, hat das Bündnis rund um das Waldgebiet die Mahnmale verteilt.

„Um den Menschen klar zu machen, wie sehr unsere Natur gefährdet ist, haben wir an verschiedenen Zufahrtswegen rund um den Reinhardswald die Andreaskreuze aufgestellt“, sagt Klaus Becker vom Aktionsbündnis. Insgesamt zwölf der über drei Meter hohen Zeichen werden etwa bei Gieselwerder, Mariendorf, Trendelburg oder auch Bad Karlshafen am Waldeingang auf die mögliche Industrialisierung der Natur hinweisen und deutlich machen, dass der Wald Vorrang haben sollte.

„Wir sperren den Wald symbolisch, weil wir uns sorgen, dass riesige Salzlaugenseen mit Chloridabwasser dort entstehen, Abwasserrohre in den Boden verlegt oder Pumpanlagen gebaut werden“, ergänzt Becker. Außerdem sei ein hohes Verkehrsaufkommen im Wald wahrscheinlich, allein um die außerdem geplanten Windkraftanlagen zu warten.

Laut des Aktionsbündnisses ist es inzwischen fünf vor zwölf, was die Planungen im Reinhardswald anbelangt. Jetzt, zur Zeit der zweiten Offenlegung, sollten möglichst viele Menschen die Gelegenheit nutzen, Einspruch gegen diese Vorhaben beim Regierungspräsidium einzulegen, so der Wunsch der 25 Aktivisten. „Viele Menschen sind sich gar nicht im Klaren darüber, was mit dem Reinhardswald passieren könnte, denken etwa, dass das Stapelbecken aussieht wie ein normaler Teich, was völliger Unsinn ist“, erklärt Becker. Zudem wisse man ja inzwischen, dass nicht ein Becken, sondern mehrere vorgesehen seien, ganz zu schweigen von den dazu erforderlichen Versorgungswegen, einem Büro und ähnlichen Dingen.

Auch den Hessen-Forst möchte das Bündnis auf seiner Seite wissen und verweist in diesem Zusammenhang auf den Werbeslogan des Forsts „Sie finden Nachhaltigkeit modern? - Wir auch, seit 300 Jahren“ hin. Der Hessen-Forst habe sich schließlich verpflichtet, sich für den Erhalt des Waldes einzusetzen, argumentiert Karl Heinz Dworak vom Aktionsbündnis. (zta)

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