Kultursommer Nordhessen und Initiative Hümme  eröffneten Ausstellung

Rundgang: Kurator Sandrino S. Sander (Mitte) führte durch die Ausstellung. Der Künstler Simon Stiegeler bestückte sie mit Stelen (Foto) aus Holz. Foto: Vossen

Hümme. Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, zitierte Maren Matthes, Intendantin des Kultursommers Nordhessen, am Freitagabend den Komiker und Schriftsteller Karl Valentin. Das Zitat war mit Bedacht gewählt.

Zur Eröffnung der Ausstellung „Kunstdinger“ in und an der Kulturschule in Hümme dankte Matthes denjenigen, die vor Ort ganze Arbeit leisteten, um die gemeinsame Veranstaltung auf den Weg zu bringen – den Mitgliedern der Initiative Hümme „Unser Dorf“.

Die Eröffnung war der Startschuss für eine Veranstaltungsreihe, die bis zum Samstag, 9. Juli, Kunst und Kultur in Hümme präsentiert. „Wir arbeiten seit zwölf Jahren an Projekten, die zur Weiterentwicklung unseres Dorfes beitragen“, erklärte Peter Nissen, Sprecher der Initiative. Deren Mitglieder setzen nicht nur auf Kunst und Kultur, um Vielfalt und Attraktivität in den ländlichen Raum zu bringen. Zur Eröffnung boten sie regionale Spezialitäten wie Käse und Wurst aus Hümme und benachbarten Orten an. Die „Urban Swing Workers“ gaben dem Abend musikalischen Pfiff.

Er habe Verbindungen hergestellt und überregional anerkannte Künstler nach Hümme geholt, stellten Matthes und Nissen über den Kurator der Ausstellung, Sandrino Sandinista Sander, fest. Der Künstler, Musiker und künstlerische Leiter sowie Vorstandsvorsitzende der Ars Natura Stiftung hat das mit „Idee und Form“ überschriebene Konzept erarbeitet. Seine großformatigen Erdmalereien sind Bestandteil der Ausstellung mit Objekten, Skulpturen, Fotografie und Modellen fiktiver Architekturprojekte. Sie wurden von Studenten der Universität Kassel entwickelt.

Als persönlicher Freund des Kurators hielt Meinrad Ladleif vom Kasseler Kunstverein die Eröffnungsrede. „Wir leben alle unter der Tyrannei der Eile“, sagte Ladleif. Es gelte sich einzusetzen für ein Land der Langsamkeit, der Kunstbetrachtung und der Kreativität. Der Architekt erläuterte den Beitrag der Studenten, die mit ihren Projekten auf die fortschreitenden Angleichung von Stadt und Land reagierten, wie auch die Werke der bildenden Künstler. Aus den Arbeiten der Studenten sei zu ersehen, dass es in die Architektur von heute immer häufiger biologistische Arbeitsweisen gebe. Die Arbeiten der bildenden Künstler wirkten mit unterschiedlichen Materialien wie Metall, Holz oder Fiberglas urban und linear.

„Es gibt viel künstlerisches Potenzial“, stellte Sander beim Rundgang durch die Ausstellung fest. Zu sehen sind Werke von: Cordula Klose (Fürstenwald), Karl F. Hofeditz (Sielen), Simon Stiegeler (Grafenhausen), Alf Becker (Allendorf), Karina Wellmer-Schnell (Darmstadt), Susanne Tack (Allendorf), Sandrino S. Sander (Spangenberg) und Nik Barlo jr. (Grebenstein). Kultur Kunstdinger - Idee und Form - ist bis Samstag, 9. Juli, jeweils zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Am Samstagabend steht um 20 Uhr Kabarett mit Tina Häussermann und Fabian Schläper auf dem Programm.

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