Kunstprojekt will Gottsbüren in Potemkinsches Dorf verwandeln

Die Kuh kommt zurück ins Dorf: Zahlreiche Gottsbürener bestaunten die Aktion der Linzer Studenten. Foto:  Henke

Gottsbüren. Der Trendelburger Ortsteil Gottsbüren ist längst kein Kuhdorf mehr. Aber gestern Nachmittag kam die Kuh zurück ins Dorf.

Während Lautsprecher die Sababurger Straße mit dem Lärm einer Großstadt beschallten, wurde die Kuh von einem Dutzend junger Leute ins Dorf getragen - überlebensgroß und aus Pappe.

Die Aktion war der Auftakt zur finalen Phase des Projekts „the production of well-being“ (das Schaffen von Wohlbefinden) des Niederländers Ton Matton, der als Professor an der Kunstuniversität im österreischischen Linz lehrt.

In dem Projekt geht Matton mit seinen Studenten der Frage nach, wie das Leben in dörflichen Strukturen bereichert und auch für Städter interessant gemacht werden kann. Dazu werden die Studierenden in den nächsten vier Wochen, bis zum 19. Juli, zahlreiche Projekte im Ort realisieren und den Ort in ein Potemkinsches Dorf verwandeln. Die Gottsbürener Bevölkerung wird dabei ausdrücklich zum Mitmachen aufgefordert. „An der Uni können wir frei denken“, sagte Matton. Das sei ein Vorteil gegenüber der Politik, die entscheiden müsse.

Für Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann ist es „ein großes Glück, dass dieses einzigartige Projekt hier stattfindet“. Landrat Uwe Schmidt ist überzeugt, dass das Projekt deutlich machen wird, dass „es keine verlorenen Dörfer gibt und das Landleben Qualität hat“. Für die Dörfer im Landkreis gebe es Perspektiven, so Schmidt.

Der Versuch, über die Kunst den ländlichen Raum zu revitalisieren, ist für Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, ein faszinierender Ansatz. Deshalb fördere die Sparkasse das Projekt gerne.

An die 80 Meter lange Tafel aus Holzpaletten unter freiem Himmel lud Ton Matton dann für 18 Uhr die Gottsbürener zum Abendessen ein - zum Dank für deren Gastfreundschaft.

Von Gerd Henke

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