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Stadt Bad Karlshafen investiert trotz Geldmangels

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Ein großes weißes Haus mit Rundbögen im Erdgeschoss steht an einem Wasserbecken. Das Dach ist in die Jahre gekommen.
Soll wieder schick und wasserdicht gemacht werden: In das historische Rathaus von Bad Karlshafen sollen in diesem Jahr 4,2 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen fließen. © Thomas Thiele

Auch im Jahr 2023 stehen die Kommunen im Kreisteil Hofgeismar vor großen Herausforderungen. Auch die Kurstadt Bad Karlshafen hat einiges vor.

Bad Karlshafen. Die schwierige Finanzsituation plagt die Stadt Bad Karlshafen auch weiterhin. Dennoch werden weiter Projekte umgesetzt, denn die zu einem beträchtlichen Teil von Tourismus und Kurgästen lebende Stadt ist darauf angewiesen, die touristische Infrastruktur zu pflegen und die Angebote für Touristen am Laufen zu halten, wenn sie in diesem Bereich keine größeren Verluste riskieren will.

Kultur allein reiche nicht, kommentiert Dittrich die Stadtarchitektur und Klostergeschichte. Vor zehn Jahren habe man Kuren abgeschrieben. Da Kuren und Bäderzuweisungen aber nun wieder zum Pflichtprogramm der Krankenkassen gehörten, gebe es hier wieder Perspektiven. Die Bad Karlshafen GmbH sei dabei, neue Trendprodukte für den Aktivtourismus, gesundes Leben und Achtsamkeit zu entwickeln.

Rathaussanierung

Die Sanierung des Rathausdaches und der Fassade als Schmuckstück des gerade sanierten Hafenumfeldes beispielsweise ist auch für den Tourismus ein wichtiges Projekt, wie Bürgermeister Marcus Dittrich im Gespräch mit der HNA betont. Die Instandsetzung des Daches, wo Feuchtigkeit eindringt, und der Fassade sind ein Großprojekt dieses Jahres und werden mit veranschlagten 1,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Außerdem steht bevor die Vergabe der Aufträge für die Innensanierung des 1718 erbauten barocken Rathauses. Dort werden für 2,6 Millionen Euro (wozu es aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz 50 Prozent Zuschüsse gibt) der Landgrafensaal mit seiner beschädigten Stuckdecke, das Foyer und – soweit das Geld reicht – auch das Treppenhaus saniert. Nicht umgesetzt werden kann allerdings in diesem Jahr der Anbau eines Aufzuges.

Parkplätze

Nahe des Hafens werden die großen Busstellplätze hinter dem Landgraf-Carl-Gebäude abgebaut und durch Pkw-Parkplätze ersetzt. Die Aufträge werden im Februar vergeben und das Projekt soll im ersten Halbjahr fertig werden. Der Umfang erfolgt abhängig von den Kosten, da müsse man die aktuelle Preisentwicklung berücksichtigen. Entweder es wird die ganze Fläche umgestaltet oder nur der Bereich bis zur Mauer, wobei dann der bereits mit Stellplätzen versehene Bereich nahe des Ufers so erhalten bleibt wie bisher. Verzichtet wird zunächst auf den neuen Gehweg zur Touristinformation.

Vergeben wurden übrigens nun auch die Aufträge für den seit Jahrzehnten geplanten Ausbau der Gartenstraße.

Poststraße

Große Erwartungen gibt es an die Neugestaltung der Poststraße, nachdem diese frühere Bundesstraße 83 in der Ortslage Helmarshausen zur Gemeindestraße abgestuft wurde. Nachdem die grundsätzlichen Pläne bereits vor einem Jahr in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurden, fand gestern eine weitere Sitzung der Lenkungsgruppe statt. Noch im Frühjahr soll es eine weitere Bürgerversammlung geben, sodass im Sommer dann die endgültigen Anträge gestellt werden können. Beide Ortseingänge sollen umgestaltet werden, die frühere Ortsdurchfahrt soll als einheitliche Fläche ohne Bordsteine aber mit mehr Pkw-Stellflächen umgestaltet werden, um den Aufenthalt angenehmer als das reine Durchfahren zu machen. „Vielleicht wird es dann wieder attraktiver, da zu wohnen“, meint der Bürgermeister. Geschäfte gebe es dort ja leider nur noch wenige. Auch das Museumskonzept für das alte Rathaus in Helmarshausen und die Neugestaltung des Platzes und des Parks sollen im Frühjahr vorgestellt werden.

Auf der Arbeitsliste fürs Frühjahr: Die Neugestaltung des Spielplatzes vor dem früheren Bahnhof in Helmarshausen (Bild) und des Kleespielplatzes am Hafen.
Durchbrüche und neue Wände gibt es im Bürgerhaus Helmarshausen, dessen Baustelle Bürgermeister Marcus Dittrich hier gerade besucht. © Thomas Thiele

Die Städtebauförderung in Bad Karlshafen läuft in diesem Jahr nach zehn Jahren aus, doch man hofft, sie für den Stadtteil Helmarshausen noch etwas verlängern zu können, da er später dazu kam.

Bürgerhaus

Bis zum Frühjahr soll auch das Bürgerhaus in Helmarshausen fertig sein, das derzeit noch größere Baustelle ist. Es wurden bereits Mauerdurchbrüche gemacht und neue Wände gezogen und Türen gesetzt. Unter anderem gibt es neue Zugänge vom Sportplatz und vom Saal aus, Toiletten und Umkleiden werden besser nutzbar und es gibt einen neuen Schiedsrichterraum. Später werden die derzeit übergangsweise genutzten Toiletten im Keller auch noch saniert. Aktuell erfolgen die Elektro- und Sanitärinstallationen. Die etwas schwache Beleuchtung im Saal bleibt wegen Kostensteigerungen erst mal wie sie ist.

Überraschungen

Mit Überraschungen müssen die Bad Karlshafener bei zwei weiteren Projekten rechnen: Der Verkauf des Kursaales wird sich wegen geänderter Regelungen noch verzögern, man gehe aber weiter von einem Abriss aus.

Bewegung soll auch in das Gelände des ehemaligen Solefreibades an der Weserbrücke kommen, das mit Eröffnung der Therme geschlossen und vor einigen Jahren verfüllt wurde. Es ist als öffentlicher Grünraum ausgewiesen und soll touristisch genutzt werden, orakelt Dittrich ohne nähere Details zu den Plänen zu verraten: „Entweder wir verkaufen es oder wir behalten es selber.“

Das Bild zeigt bei trübem Wetter ein menschenleeres Schwimmbecken mit Wasser und am Rande einen Sprungturm.
Überraschungspaket: Über dem längst zugeschütteten Solefreibad (Archivbild) soll etwas Touristisches entstehen. © Thomas Thiele

Auch die Verträge für den Verkauf des Landgraf-Carl-Gebäudes seien unterzeichnet, obwohl der Weg zum Notar wegen des Eisregens am gleichen Tag unter erschwerten Bedingungen stattfand.

Das historische Wohnhaus am Hafen, bei dem sich durch unsachgemäße Arbeiten der Dachstuhl stellenweise um 30 bis 40 Zentimeter gesenkt hatte (wie berichtet), wird weiter saniert. Es bestehe keine Einsturzgefahr, wie Besichtigungen durch Bauexperten ergeben hätten.

Eine Gestaltungssatzung sei übrigens in Arbeit, um das Aussehen von Gebäuden in der denkmalgeschützten Stadt vor schädlichen Eingriffen zu bewahren.

Fahrgastschifffahrt

Da es auch aufgrund der Landesgartenschau in Corvey Veränderungen in der Weserschifffahrt gibt, wird sich ab April auch der Fahrplan des Bad Karlshafener Schiffes „Hessen“ anpassen: Der Ort Herstelle wird in die Rundfahrten eingebunden und an zwei bis drei Tagen auch Beverungen angefahren.

Glasfaserausbau

Da sich der Glasfasernetzausbau durch die Firma Goetel aus Richtung Langenthal nähert, werden zuerst der Bereich Graseweg und Diemelhöhe angeschlossen.

Soll wieder schick und wasserdicht gemacht werden: In das historische Rathaus von Bad Karlshafen sollen in diesem Jahr 4,2 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen fließen.
Auf der Arbeitsliste fürs Frühjahr: Die Neugestaltung des Spielplatzes vor dem früheren Bahnhof in Helmarshausen (Bild) und des Kleespielplatzes am Hafen. © Thomas Thiele

Sorgenkinder

Bei der interkommunalen Zusammenarbeit warte man noch die endgültigen Beschlüsse ab und wenn Liebenau tatsächlich außen vor bleibe dann werde man die Verwaltungskooperation allein mit Trendelburg umsetzen.

Der von vielen geforderte Bürgerbus fährt seit Oktober. Nachdem man längere Zeit Fahrer suchte und nun drei habe, fehlten leider nun die Fahrgäste. Es gebe nur wenige, die den flexibel am Dienstag- und Donnerstagvormittag kostenlos fahrenden Bus regelmäßig nutzten. Er fährt von der Wohnung beispielsweise zu Rathaus, Apotheken und Ärzten.

Bürgermeisterwahl

In diesem Jahr steht in Bad Karlshafeh zudem wieder die Bürgermeisterwahl an. Sie soll zeitgleich mit der Landtagswahl am 8. Oktober stattfinden. Amtsinhaber Marcus Dittrich will wieder antreten, unterstützt von der FWG. Kandidaten der anderen Fraktionen seien noch nicht bekannt. (Thomas Thiele)

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