Land zur Windkraft: Es gibt kein Versprechen

Dieses Symbolfoto zeigt ein Windrad bei Liebenau. Foto: Gehlen

Hofgeismar. Hat das Land Hessen der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) Flächen versprochen? Um diese Frage wird momentan gestritten.

Wenn Windräder im nördlichen Reinhardswald gebaut werden, soll dies nur die Energiegenossenschaft Reinhardswald dürfen. Diese Forderung ist eine Grundlage für die Gründung des kommunalen Zusammenschlusses EGR gewesen. Doch ausgerechnet in dieser Kernfrage gibt es unerschiedliche Auffassungen beim Land.

„Exklusivität“ lautet das Schlagwort, mit dem Energiegenossen um Zustimmung werben. Dass nur mit der EGR verhandelt werde, verhindere, dass auswärtige Investoren im Reinhardswald bauen. Doch diese Exklusivität dementierte der Hessen Forst kürzlich. Allerdings: In einem Schreiben von Juli erklärt der Forst der Energiegenossenschaft noch, man werde „exklusiv über einen Vertrag“ verhandeln. Und bei einer Einigung werde man ein weiteres Gebiet „exklusiv zur Verfügung stellen“.

Die Schlüsse, die daraus gezogen werden, sind sehr unterschiedlich: Während die EGR eine Zusage von Flächen sieht und auf die Einhaltung pocht, will man beim Hessen Forst nichts davon wissen. Zugesagt worden seien nur Verhandlungen, sagt Landesbetriebsleiter Detlef Stys. Versprochene Exklusivität, an die sich „hinterher niemand mehr erinnert“, beklagt auch Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar, der am Montag das Vertragswerk der EGR vorstellte. Während in Reinhardshagen die Diskussion neue Fahrt aufnimmt, führte sie in Grebenstein bereits zu einem Beschluss. Die Stadt stellt ihren Anteil von 40 000 Euro bereit, damit die EGR für die Planung der Windkraftanlagen, mit Kapital ausgestattet ist. Ob der Betrag reicht, ist offen. Die Höhe hängt auch davon ab, ob nach Hofgeismar weitere EGR-Genossen das Bündnis verlassen.

Windkraftkritiker fordern unterdessen die Parlamente auf, sich an den ursprünglichen Konsens zu erinnern: Windräder im Wald verhindern - egal wer sie bauen will.

Von Göran Gehlen und Michael Rieß

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