Geplante Windparks: "Landschaft nimmt Schaden"

Gut besucht: Reges Interesse herrschte an der Informationsveranstaltung in Gottsbüren zu den Plänen, auf den Reinhardswald-Höhenzügen Windräder zu erstellen. Fotos: Vossen

Trendelburg. Wenn schon Windenergieanlagen auf den Reinhardswald-Höhenzügen, dann sollen die Kommunen und Menschen vor Ort davon profitieren. Darin waren sich die Vertreter der „Energiegenossenschaft Reinhardswald“ und die der politischen Parteien am Mittwochabend einig.

In der Trendelburger Kulturhalle informierten die Bürgermeister Danny Sutor (Grebenstein/ Vorstand Energiegenossenschaft) und Kai Georg Bachmann (Trendelburg/ Moderation) sowie der Windenergieunternehmer Ralf Paschold (Grebenstein) über die Vorgehensweise und Ziele der jüngst gegründeten Genossenschaft.

Für ihre Parteien bezogen Brigitte Hofmeyer (SPD), Karin Müller (Bündnis 90/Die Grünen), Marjana Schott (Die Linke), Helmut von Zech (FDP) und Maik Sembowski (CDU) Position.

Rund 150 Besucher kamen zu der Informationsveranstaltung, die gegen Ende aus dem Ruder lief. Pfiffe und Buhrufe für Ausführungen von Helmut von Zech. Der Wind ist in unseren Breitengraden am effektivsten, hatte von Zech zuvor festgestellt.

Der Trendelburger Stadtteil Gottsbüren gehört mit den geplanten Standorten Langenberg und Hahneberg zu den stark betroffenen Orten. Eine Akzeptanz sei hier nur mit deutlicher Reduzierung der Anlagen-Dichte zu erwarten, stellte Matze Schulten (Gottsbüren) fest. „Auch wir können uns etwas Schöneres vorstellen, als Windräder im Reinhardswald. Er gehört aber nun einmal zu den Suchräumen des Landes Hessen“, sagte Bachmann.

Auch Sutor sprach von einem Schaden des Landschaftsbildes. Die Genossenschaft aus Anrainer-Kommunen sei gegründet worden, um zur größtmöglichen regionalen Wertschöpfung beizutragen. „Wir wollen nicht, dass Investoren von außerhalb kommen, um zu profitieren, sondern selbst aktiv gestalten“, sagte Sutor. Dabei wolle man auch die Bürger in einer Genossenschaft beteiligen.

Friedhelm Illian (Liebenau) berichtete von einer erfolgreichen Bürger-Energiegenossenschaft in Wolfhagen. Klaus Schütz (Wahlsburg) warnte an Hand der Beispiele Solarpark und Pflegeheim, die sich heute im Besitz ausländischer Investoren befinden, vor internationalem Kapital, das auf der Suche nach lohnenden Projekten sei.

Wolfgang Ritter aus Oedelsheim sprach bezüglich der Windenergieanlagen im Reinhardswald von blindem Aktionismus, der das tatsächliche Kapital der Region - die Landschaft - zerstöre. Rüdiger Henne, Bürgermeister in Oberweser, formulierte seine Meinung kurz und knapp: „Das tut mir richtig weh. Das will ich auch bezahlt bekommen.“ (ziv)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.