HNA-Markt: Lesen gegen die Langeweile

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Zeit für Gespräche: Kerstin Schäfer und Lynn Al Botros nehmen sich die Zeit, um über ein Buch zu reden.

Die Menschen, die zu uns nach Deutschland flüchten, benötigen sicherlich in erster Linie einen wetterfesten Platz zum Schlafen, Nahrung, sanitäre Einrichtungen und medizinische Hilfe.

Außerdem ist es für sie relevant, Kontakt mit den Menschen in ihrer Heimat aufzunehmen“ – Gitta Hoffmann, Leiterin der Asylothek in Hofgeismar, ist sich darüber im Klaren, dass die Versorgung der Flüchtlinge mit Lesematerialien keine oberste Priorität hat. „Dennoch halten wir es für sehr wichtig, den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich der erzwungenen Untätigkeit zu entziehen, wie sie in den Erstaufnahmeeinrichtungen herrscht.“

HNA-Markt: Lesen gegen die Langeweile

Gemütlicher Leseort: Lynn Al Botros nutzt die gemütliche Leseecke, um ein wenig im Angebot der Asylothek zu schmökern.
Gemütlicher Leseort: Lynn Al Botros nutzt die gemütliche Leseecke, um ein wenig im Angebot der Asylothek zu schmökern. © Hoffmann
Gemütlicher Leseort: Lynn Al Botros nutzt die gemütliche Leseecke, um ein wenig im Angebot der Asylothek zu schmökern.
Gemütlicher Leseort: Lynn Al Botros nutzt die gemütliche Leseecke, um ein wenig im Angebot der Asylothek zu schmökern. © Hoffmann
Wer gewinnt? Fouad Al Botros ist sich bereits zu Beginn des Schachspiels sicher, dass er die Partie gegen Kamil Zaghbour gewinnen wird.
Wer gewinnt? Fouad Al Botros ist sich bereits zu Beginn des Schachspiels sicher, dass er die Partie gegen Kamil Zaghbour gewinnen wird. © Hoffmann
Konzentriert: Fouad Al Botros und Kamil Zaghbour haben sich auf eine Partie Schach in die Asylothek zurückgezogen.
Konzentriert: Fouad Al Botros und Kamil Zaghbour haben sich auf eine Partie Schach in die Asylothek zurückgezogen. © Hoffmann
Zeit für Gespräche: Kerstin Schäfer und Lynn Al Botros nehmen sich die Zeit, um über ein Buch zu reden.
Zeit für Gespräche: Kerstin Schäfer und Lynn Al Botros nehmen sich die Zeit, um über ein Buch zu reden. © Hoffmann
Buchspenden: Danny Frank räumt Buchspenden ein, die die Asylothek bekommen hat. Dazu zählen auch deutsche Kinderbuchklassiker.
Buchspenden: Danny Frank räumt Buchspenden ein, die die Asylothek bekommen hat. Dazu zählen auch deutsche Kinderbuchklassiker. © Hoffmann
Platz für drei: Kerstin Schäfer (links) weiß die Unterstützung der Asylothek, hier vertreten durch Christel und Danny Frank, sehr zu schätzen.
Platz für drei: Kerstin Schäfer (links) weiß die Unterstützung der Asylothek, hier vertreten durch Christel und Danny Frank, sehr zu schätzen. © Hoffmann
Platz für drei: Kerstin Schäfer (links) weiß die Unterstützung der Asylothek, hier vertreten durch Christel und Danny Frank, sehr zu schätzen.
Platz für drei: Kerstin Schäfer (links) weiß die Unterstützung der Asylothek, hier vertreten durch Christel und Danny Frank, sehr zu schätzen. © Hoffmann
Anregende Unterhaltung: Masoumeh Nematj Moghaddam (Mitte) berichtet Danny und Christel Frank sowie Kerstin Schäfer von dem Leben, dass sie in Tehran führte. Dort war sie Krankenschwester.
Anregende Unterhaltung: Masoumeh Nematj Moghaddam (Mitte) berichtet Danny und Christel Frank sowie Kerstin Schäfer von dem Leben, dass sie in Tehran führte. Dort war sie Krankenschwester. © Hoffmann
Startschuss: Mit nur wenigen Bücherspenden ging es los. Inzwischen konnte die Asylothek Hofgeismar sogar einige Bücher kaufen, die auf den Wunschlisten der Flüchtlinge stehen.
Startschuss: Mit nur wenigen Bücherspenden ging es los. Inzwischen konnte die Asylothek Hofgeismar sogar einige Bücher kaufen, die auf den Wunschlisten der Flüchtlinge stehen. © Hoffmann
Nützliche Hilfe: Der „Refugee Guide“ ist eine praktische Anleitung in den Muttersprachen der Flüchtlinge, die ihnen das Einleben mit den deutschen Sitten und Gebräuchen erleichtern soll. Die Asylothek lässt die Guides in mehreren Sprachen drucken und verschenkt sie.
Nützliche Hilfe: Der „Refugee Guide“ ist eine praktische Anleitung in den Muttersprachen der Flüchtlinge, die ihnen das Einleben mit den deutschen Sitten und Gebräuchen erleichtern soll. Die Asylothek lässt die Guides in mehreren Sprachen drucken und verschenkt sie. © Hoffmann
HNA-Markt: Asylothek richtet Leseräume für Flüchtlinge ein
HNA-Markt: Asylothek richtet Leseräume für Flüchtlinge ein © Hoffmann
Werbung in Eigensache: Conny Strack von Radio FFH im Gespräch mit Gitta Hoffmann und Rudolf Schmidt.
Werbung in Eigensache: Conny Strack von Radio FFH im Gespräch mit Gitta Hoffmann und Rudolf Schmidt. © Hoffmann
Vorsortiert: Gitta Hoffmann sichtet die Buchspenden, die in der Asylothek abgegeben wurden
Vorsortiert: Gitta Hoffmann sichtet die Buchspenden, die in der Asylothek abgegeben wurden © Hoffmann
Im Buchhandel: Stefan Vogt hält in seiner Buchhandlung in Hofgeismar einige Bücher von der Wunschliste der Asylothek bereit. Wer mag, kann sie dort erwerben und der Asylothek spenden.
Im Buchhandel: Stefan Vogt hält in seiner Buchhandlung in Hofgeismar einige Bücher von der Wunschliste der Asylothek bereit. Wer mag, kann sie dort erwerben und der Asylothek spenden. © Hoffmann
Abgestempelt: Annegret Schmidt hat es mit einem Helferteam übernommen, die Bücher zu katalogisieren, in Schutzfolie einzuschlagen und mit einem Stempel zu versehen, der sie als Spende der Asylothek kennzeichnet.
Abgestempelt: Annegret Schmidt hat es mit einem Helferteam übernommen, die Bücher zu katalogisieren, in Schutzfolie einzuschlagen und mit einem Stempel zu versehen, der sie als Spende der Asylothek kennzeichnet. © Hoffmann
Abgestempelt: Annegret Schmidt hat es mit einem Helferteam übernommen, die Bücher zu katalogisieren, in Schutzfolie einzuschlagen und mit einem Stempel zu versehen, der sie als Spende der Asylothek kennzeichnet.
Abgestempelt: Annegret Schmidt hat es mit einem Helferteam übernommen, die Bücher zu katalogisieren, in Schutzfolie einzuschlagen und mit einem Stempel zu versehen, der sie als Spende der Asylothek kennzeichnet. © Hoffmann
HNA-Markt: Zur Eröffnung der Asylothek gab es einen Kuchen
HNA-Markt: Zur Eröffnung der Asylothek gab es einen Kuchen © Hoffmann

Die Idee der Asylothek ist nicht in Nordhessen geboren. Vielmehr stammt sie von Günther Reichert, der vor drei Jahren die erste Asylothek im Alleingang in Nürnberg errichtete. Das Zusammenziehen der Wörter „Asylbewerberheim“ und „Bibliothek“ verdeutlicht, worum es sich bei einer Asylothek handelt: Eine Bücherei für Flüchtlinge und Asylanten. Das Besondere daran ist, dass die Bücher in der Asylothek überwiegend fremdsprachlich sind.

„Es kommt immer wieder das Argument auf, dass die Menschen doch Deutsch lernen sollen, wenn sie Langeweile haben“, erklärt Gitta Hoffmann, „und das machen sie ja auch! Dennoch kann man diese schwere Sprache nicht von heute auf morgen lernen, sodass der Bedarf an fremdsprachlicher Literatur vorhanden ist.“

Organisation ist aufwendig

Die Asylothek ist Teil des Kulturforums Hofgeismar e.V. Als Gitta Hoffmann vor einigen Monaten von der Einrichtung einer Asylothek las, wandte sie sich an Christel Frank. Die erste Vorsitzende des Kulturforums war von der Idee angetan und begeisterte schnell weitere Mitstreiter. In kürzester Zeit wurde eine tatkräftige Projektsteuerungsgruppe gegründet, die die Aufgaben der Asylothek unter sich aufteilte. „Die ersten Ideen sahen vor, einfach nur ein paar Sammelkisten an strategischen Orten aufzustellen, die Menschen um Bücherspenden zu bitten und diese dann in die Einrichtungen nach Calden und Beberbeck zu bringen“, erinnert sich Christel Frank, „doch letztlich ist die Organisation viel aufwendiger.“

Über Zeitungs- und Radioberichte wurde für Buch-, Sach- und Geldspenden geworben, Räume wurden als zentrales Lager angemietet und viele Gespräche wurden mit den Verantwortlichen geführt. Sowohl in Calden als auch in Beberbeck fand die Idee große Zustimmung. Während in Calden noch an den nötigen Räumlichkeiten gebaut wird, ist der Leseraum in Beberbeck bereits gemütlich eingerichtet und wird von den Bewohnern genutzt.

„Es ist ein wunderschöner Rückzugsort für unsere Bewohner. Sie kommen, um in den Büchern zu lesen aber auch, um zum Beispiel Schach zu spielen“, berichtet Kerstin Schäfer, die für den Arbeiter-Samariter-Bund Nordhessen (ASB) als Koordinatorin der Sozialbetreuung in Beberbeck tätig ist. „Besonders die zweisprachigen Bücher in Deutsch und der jeweiligen Muttersprache sind eine großartige Unterstützung für unseren täglichen Deutschunterricht. Deshalb verleihen wir die Bücher auch gerne, damit sie gemeinschaftlich in den Familien gelesen werden können. Wir freuen uns sehr über das Engagement der Asylothek.“

Buchspenden erwünscht

Die Asylothek Hofgeismar benötigt weiterhin Buchspenden in nicht-deutscher Sprache. Willkommen sind vor allem Romane in den Sprachen Englisch, Arabisch, Dari (Afghanisch), Albanisch, Persisch, Kurdisch, Serbokroatisch, Somali und Französisch. Benötigt werden außerdem abschließbare Aktenschränke und Stehlampen, die man gut als Leselampe einsetzen kann.

„Wir möchten all denen danken, die uns schon jetzt mit Spenden bedacht haben“, betont Gitta Hoffmann, „doch der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt, sodass wir uns über weitere Sach- und Geldspenden sehr freuen.“ In der Buchhandlung Vogt in Hofgeismar liegen zudem einige „Wunschbücher“ aus, über die sich die Asylothek sehr freuen würde. (zgi)

Kontakt: asylothek.hofgeismar@web.de , über Facebook: asylothek-hofgeismar. Tel. 0175 / 57 84 69 4.

Spendenkonto: Konto Kasseler Sparkasse:

IBAN: DE04 5205 0353 0100 0296 64

Kontoinhaber: Kulturforum Hofgeismar e.V.

Bei Überweisungen bitte unter Betreff „Asylothek“ angeben.

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