Abbruchfirma: Hakenkreuz-Balken von Ostheimer Scheune ist vernichtet

Hakenkreuze beim Abreißen entdeckt: An dieser alten Scheune im Liebenauer Ortsteil Ostheim fanden Mitarbeiter der Abbruchfirma neben der Jahreszahl der Erbauung des Gebäudes auch Relikte aus der NS-Zeit. Foto: Lawatzki

Ostheim. Die Diskussionen um den Balken mit Hakenkreuzen von 1934 an einer alten Scheune im Liebenauer Ortsteil Ostheim halten auch nach unserem Bericht vom Mittwoch an.

Harald Knüppel vom Abbruchunternehmen, das mit dem Abriss des Gebäudes beauftragt wurde, versicherte auf Anfrage der HNA unterdessen, dass der Balken mittlerweile vernichtet sei.

Ein Anwohner warf dem Abbruchunternehmen vor, dass vor allem die Mitarbeiter der Firma großes Interesse an dem Balken mit der Inschrift aus dem Jahr 1934 gehabt hätten. Deshalb sei auch die Polizei gerufen worden.

Harald Knüppel bestreitet den Vorwurf: „Ich habe überhaupt kein Interesse an diesem Balken.“ Er habe ihn auch niemandem zum Kauf angeboten, versichert er. „Den haben wir jetzt kaputt gemacht.“ Das übrige Holz und die Steine würden verwertet werden. Das sei üblich bei Abbrucharbeiten.

Auch Alexander Muszeika, Geschichts-Student an der Universität Kassel äußerte sich zu unserem Artikel. Er hofft, dass eine Aufnahme für das Stadtarchiv gemacht wurde. Der Balken biete einen interessanten Einblick in die damalige Gesellschaft. „Eine wissenschaftliche Aufarbeitung in einem Museum ist ja vom Gesetzgeber vorgesehen, sodass eine Weitergabe unter bestimmten Voraussetzungen möglich gewesen wäre“, so Muszeika.

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